[TU BERLIN]


Budgetierung an der Technischen Universität Berlin



         

0. Zielsetzungen des vorliegenden Papiers und resultierende Aktivitäten

Das vorliegende Papier ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Technischen Universität Berlin und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Das Papier wurde unter Verwendung inhaltlicher Inputs aus der TU Berlin vom CHE erstellt. Eingegangen sind sowohl intensive Diskussionen mit Vertretern der TU Berlin über Prinzipien und Umsetzungsmöglichkeiten der Budgetierung als auch konzeptionelle Überlegungen und Erfahrungen von Seiten des CHE.

Das Papier ist als Ausgangs- und Referenzpunkt für die weitere Diskussion zur Budgetierung an der TU Berlin gedacht. Es soll zeigen,

  • welcher Grundlogik und welchen Prinzipien die Budgetierung folgen muß (und damit eine Basis für die zu ergreifenden Maßnahmen liefern);
  • welche Fragen bei der Gestaltung der Budgetierung zwangsläufig aufgeworfen werden und wie man mit diesen Fragestellungen umgehen sollte;
  • welche Umsetzungen der Budgetierung für die TU Berlin zu empfehlen sind;
  • wie dabei die bisherigen Regelungen an der TU Berlin zu bewerten sind und welche Arbeiten zur Einführung des Budgetierungssystems noch zu leisten sind.

Die Intention der Papiers besteht nicht in der Aussage "wir brauchen Budgetierung und so wird es gemacht". Vielmehr kann das Anliegen folgendermaßen beschrieben werden: "Wir brauchen Budgetierung, beleuchten die Möglichkeiten der Umsetzung und entscheiden uns auf Basis sorgfältiger Abwägungen für den richtigen Weg." Die eingehende argumentative Begründung der Vorschläge soll für die weiteren Debatten und Implementierungsschritte an der TU Berlin eine Orientierungshilfe bieten.

Bei allen Gestaltungsfragen der Budgetierung, die im folgenden beschrieben werden, stehen am Ende Umsetzungsvorschläge für die TU Berlin. Um vorab einen Überblick zu geben, wird in der folgenden Übersicht in Kurzform aufgelistet, welche Schritte und Aktivitäten einzuleiten sind, um die Vorschläge zu prüfen und umzusetzen. Zu Inhalt und Begründung der Vorschläge sei auf die nachfolgenden Erörterungen verwiesen.

DIE VORSCHLÄGE, IN WELCHER WEISE DIESE SCHRITTE INHALTLICH AUSZUFÜLLEN SIND, WERDEN BEI ALLEN IM FOLGENDEN DARGESTELLTEN GESTALTUNGSFRAGEN UNTER DER ÜBERSCHRIFT

"UMSETZUNGSVORSCHLÄGE FÜR DIE TU BERLIN"

ABGEHANDELT.

WELCHE SCHRITTE SIND IN BEZUG AUF DIE MITTELVERGABE AN DIE FAKULTÄTEN EINZULEITEN?
  • Strategische Kernziele formulieren, die der Mittelvergabe zugrundeliegen sollen. Dabei zentrale Steuerung auf wenige Kernziele reduzieren und den Fakultäten Spielräume zur eigenständigen Profilbildung belassen.
  • Das formelgebundene Mittelvergabemodell reformieren und vereinheitlichen (vereinfachen). Dies ist ein längerer Arbeitsprozeß mit technischen Vorarbeiten (z.B. Ermittlung des Durchschnittskostensatzes für Professuren, Prüfung der fachbezogenen Gewichtungen) und mit einer Entscheidungsfindung über Parameter und Indikatoren (unter Heranziehen von theoretischen Überlegungen über Anreizeffekte und von Modellrechnungen in Form von Sensitivitätsanalysen).
  • Aushandlungsprozesse über Serviceleistungen implementieren.
  • Grundsatzentscheidung treffen, zu welchen Zwecken man Zielvereinbarungen einsetzen will und wie stark dieses Instrument genutzt werden soll.
  • Zentrale Pools zu Zielvereinbarungsinstrumentarien weiterentwickeln.
  • Festgelegte Verfahren entwerfen, nach denen Zielvereinbarungen zwischen Hochschulleitung und Fakultäten getroffen werden.
  • Bis zum Ablauf der Gültigkeit des gegenwärtigen Ausstattungsplans: Fakultätsentwicklungspläne zu Zielvereinbarungsinstrumenten weiterentwickeln; Vereinbarung dieser Pläne als Grundlage für zukünftige Grundausstattungen. Die Hochschulleitung setzt gewisse formale Rahmenvorgaben für den Planungsprozeß.
  • Möglichkeiten zur Verringerung von Vorabdotierungen suchen (und damit dezentrale Globalbudgets ausweiten).

WELCHE SCHRITTE SIND IN BEZUG AUF DIE BEWIRTSCHAFTUNG DER FAKULTÄTEN EINZULEITEN?
  • Zuständigkeiten zwischen Fakultäten und Zentralverwaltung im Hinblick auf die Erfüllung allgemeiner gesetzlicher Normen klären.
  • Alle Regulierungen dezentraler Ausgabentätigkeit überprüfen und unnötige Restriktionen autonomen Handelns abbauen.
  • Vollständige Deckungsfähigkeit und freie Übertragbarkeit beim Kuratorium erwirken. Darauf hinwirken, daß haushaltsrechtliche Restriktionen abgebaut werden. Prinzipielle Weitergabe der erwirkten Freiheiten an die Fakultäten (allerdings Klärung, ob Zentralpools auch aus übertragenen Mitteln gespeist werden sollen).
  • Den Rückfall freier Professuren an einen Zentralpool abschaffen.
  • Kreditmodelle zwischen den Fakultäten entwickeln.
  • Personalwirtschaftliche Sonderregelungen diskutieren (im Zusammenhang mit Tarifrecht und Personalüberhängen). Personalüberhänge dezentral budgetieren.
  • Die Einführung neuer Managementmethoden auf Fakultätsebene durch entsprechende Zielvereinbarungen fördern.

WELCHE SCHRITTE SIND IN BEZUG AUF DAS CONTROLLING IM VERHÄLTNIS HOCHSCHULLEITUNG - FAKULTÄTEN EINZULEITEN?
  • Bestehende Controllinginstrumente zu einem System weiterentwickeln, in dem die relevanten Indikatorwerte für die formelgebundene Mittelvergabe und operationale, vereinbarte Zielwerte gemessen (und im Rahmen von Abweichungsanalysen hinterfragt) werden. Dazu ist eine regelmäßiges Berichtssystem notwendig. Das Controlling muß auch Qualitätssicherungsmaßnahmen (Evaluationen) vorsehen. Deren finanzielle Effekte sind zu klären.
  • Eine hochschulweit standardisierte, pragmatische und bedarfsgerechte Kosten- und Leistungsrechnung konzipieren und implementieren. Dabei sollen aktuelle Entwicklungen an anderen Hochschulen berücksichtigt werden.

WELCHE SCHRITTE SIND ZUR BUDGETIERUNG DER VERWALTUNG/ ZENTRALEN EINRICHTUNGEN EINZULEITEN?
  • Zielorientierte Mittelvergabesysteme für die zentralen Einrichtungen entwerfen.
  • Kontrakte und Vereinbarungsverfahren innerhalb der Verwaltung entwerfen und implementieren.




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