[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

1.8 Zur Korrekturausstattung für die NC-Bereiche

Bei der Bemessung des Umfangs einer Korrekturausstattung und der Festlegung der Grundsätze für ihre Verteilung geht der Plan von den folgenden grundsätzlichen Überlegungen aus:

Die Numerus-clausus-Fächer stellen eine besondere Problematik dar. Grundsätzlich sollen zwar die vom Numerus clausus betroffenen Fächer ihre Ausstattung nach den gleichen Gesichtspunkten erhalten wie solche, die hiervon nicht betroffen sind. Eine einseitige Bevorzugung zöge nach sich, daß die Universität ihre Aufgaben in anderen Bereichen vernachlässigen muß. Insofern ist auch hier dem Wissenschaftsrat zu folgen, der fordert, daß "das hochschulpolitische Ziel, möglichst vielen Studienbewerbern ein Studium zu ermöglichen, nicht dazu führen darf, daß die Qualität der Lehre, die Lehrbedingungen, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Forschung vernachlässigt werden". Bei einem einseitig am Ziel der maximalen Ausbildungskapazität orientierten Personalplanung wäre dies auf Dauer nicht auszuschließen.

Um diesen Gesichtspunkt nachzukommen, aber dennoch eine angemessene Ausbildungskapazität in vom Numerus clausus besonders stark betroffenen Bereichen zu sichern, wird die Bildung einer Reserve vorgeschlagen, die es ermöglicht, die Interessen der Studienbewerber in Relation zu den zuvor benannten Aufgaben der Universität in einem Abwägungsprozeß zu würdigen und die bereitgestellte Kapazität zwischen den verschiedenen NC-Bereichen zu verteilen. Maßgebend für die Bildung dieser Reserve ist die Übernachfrage an Studienbewerbern in den vorhandenen NC-Studiengängen sowie die nach Möglichkeit abzuwendende Gefahr neu entstehender NC-Bereiche. Die Größe dieser Reserve ist danach in Abwägung der gesamtuniversitären Interessen und der Interessen der Studienbewerber zwischen 0 % und 10 % jährlich zu definieren.

In dem diesem Verteilungsplan zugrunde liegenden Komponentenmodell ist eine Größe dieser NC-Komponente von 5 % vorgesehen. Sollte künftig eine Erhöhung in dem hier vorgegebenen Rahmen (bis zu 10 %) erforderlich sein, geht dies zu Lasten der Grundausstattung aller Wissenschaftsbereiche.

Für die hier vorgeschlagene Startkonfiguration der Verteilung an Stellen für Akademische Mitarbeiter sieht dieser Plan 31 Stellen für die Studiengänge Architektur (21) und Stadt- und Regionalplanung (10), das sind 3,1 % des zu verteilenden Stellenvolumens, vor. Dies ist das Ergebnis einer Würdigung des besonderen Nachfragedrucks in diesen beiden Studiengängen und besonderer Bedingungen ihrer Studienorganisation.

Die genaue Bestimmung der Größe der NC-Komponente innerhalb des genannten Rahmens von 0 % bis 10 % erfolgt auch künftig in Abwägung der Interessen der Studienbewerber einerseits mit den übrigen wesentlichen Belangen der Universität. Hierfür erstellt der Präsident jährlich einen "NC-Bericht", in dem die Situation in den NC-Studiengängen sowie den von einem NC bedrohten Studiengängen umfassend dargestellt und in Abwägung mit den gesamtuniversitären Interessen gewürdigt wird.

Eine Unterstützung aus diesem Stellenpool soll aber vorrangig denjenigen NC-Studiengängen vorbehalten sein, in denen die Zahl der Bewerber die Zulassungskapazität, wie sie sich aus der Gesamtausstattung unter Einschluß der nachfolgend beschriebenen Komponenten ergibt, gravierend übersteigt ("harte" NC-Fächer). In den sog. "weichen" NC-Fächern ist ggf. eine Überlast hinzunehmen. Darüber hinaus soll bei der Vergabe dieser Stellen grundsätzlich folgende Rangfolge beachtet werden:

  • Studiengänge, die es in der engeren Region Berlin-Brandenburg nur an der Technischen Universität Berlin gibt
  • Studiengänge, die es nur an Technischen Universitäten gibt
  • Studiengänge, die es nur an einer Technischen Universität gibt
  • Studiengänge, die zum Standardrepertoire der Universitäten gehören.

Diese Rangfolge begründet sich damit, daß die Studienbewerber im ersten Fall nicht und in den nächstfolgenden Fällen nur in begrenztem Maße auf andere Universitäten ausweichen können.

Die im Ergebnis dieser Verteilungsschritte sich ergebende Ausstattung der Fakultäten und Wissenschaftsbereiche mit Hochschullehrern und Akademischen Mitarbeitern ist als Kapitel III in tabellarischer Form dargestellt.




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