[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

2.2 Fakultät II


Der Hochschulentwicklungsplan III sah für die Bereiche der künftigen Fakultät II die folgende Ausstattung vor:

Chemie:24 Professuren
Physik:25 Professuren
Mathematik:    29 Professuren

78 Professuren

Im Rahmen der Auflösung der Pauschalen Minderausgaben 1995 wurde die Chemie auf 21 Stellen gekürzt, die Physik auf 23 und die Mathematik auf 26. Damit belief sich die Soll-Ausstattung der drei naturwissenschaftlichen Bereiche noch auf 70 Professuren.

Der Vorschlag des Präsidenten zur Verteilung von 340 Hochschullehrerstellen 1996 sah eine Ausstattung dieser Bereiche wie folgt vor:

Chemie:20 Professuren
Physik:21 Professuren
Mathematik:    22 Professuren

63 Professuren

Der vom Akademischen Senat bestätigte Vorschlag des Präsidenten vom Juli 1997 zur Verteilung von 309 Hochschullehrerstellen sieht vor:

Chemie:18 Professuren
Physik:21 Professuren
Mathematik:    21 Professuren

60 Professuren

Die Präsidialkommission hat sich mit den einzelnen Bereichen auf der im folgenden beschriebenen Grundlage auseinandergesetzt:

Chemie

Im Rahmen der Anhörung durch die Präsidialkommission zur Vorbereitung dieses Ausstattungsplanes hat der zuständige Fachbereich die Notwendigkeit von

20 Professuren

(ohne Fachdidaktik Lehrerbildung) vorgetragen. Er hat sich dazu auf seinen Entwicklungsplan 1996 bezogen. Dieser Plan begründete die Notwendigkeit von 20 Hochschullehrerstellen (und eine Stelle Fachdidaktik Lehrerbildung). Er bezog sich auf drei TU-spezifische Forschungsschwerpunkte der Chemie an der Technischen Universität Berlin:

  • Molekulare Materialwissenschaften
  • Synthesechemie/Katalyse
  • Biologische und Biophysikalische Chemie.

Der Fachbereich machte geltend, daß er mit der Entscheidung für diese Schwerpunktbildung den Empfehlungen der Landeshochschulstrukturkommission (1992) wie des Wissenschaftsrates (Stellungnahme zu den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Universitäten in Berlin und Potsdam, 1993, und Stellungnahme zum Aufbau der mathematisch-naturwissenschaftichen Fakultäten der Humboldt-Universität Berlin am Standort Adlershof, 1997) entsprochen hat. Insbesondere anerkennt der Fachbereich die Empfehlung für eine Verstärkung und Verbreiterung der Technischen Chemie im Sinne einer zwischen den Berliner Universitäten abgestimmten Profilbildung.

Das Studienangebot der Chemie soll auch in Zukunft aus den Studiengängen "Chemie" mit Abschluß Dipl.-Chem. und "Chemie" mit Abschluß Dipl.Ing, "Chemie als Lehramt" und dem Grundstudium der "Lebensmittelchemie" bestehen. Hinzu kommen Serviceleistungen für die Bereiche: Technischer Umweltschutz, Energie und Verfahrenstechnik, Bio- und Lebensmitteltechnologie, Werkstoffwissenschaften, Geoingenieurwissenschaften, Wirtschaftsingenieure, Studienrat einer beruflichen Fachrichtung.

Die Präsidialkommission hat bei ihrer Prüfung des Begehrens des Fachbereichs die Feststellungen und Empfehlungen der Evaluierungskommission des Landes Berlin zur Struktur der Naturwissenschaften an den Berliner Universitäten, denen sich der Wissenschaftsrat in seiner Stellungnahme zum Aufbau der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Humboldt-Universität Berlin am Standort Adlershof angeschlossen hat, herangezogen.

Die Evaluierungskommission hatte ihren Empfehlungen die generelle Aussage vorangestellt, daß diese Empfehlungen "sich an der unteren Grenze einer für Forschung und Lehre erforderlichen Personal- und Sachmittelausstattung orientieren" und daß "daher kaum noch Raum für weitere Kürzungen und Einsparungen (gegeben ist) ohne die Leistungs- und Lebensfähigkeit der Fachbereiche nachhaltig zu beeinträchtigen. Sollten jedoch weitere Einsparungen erforderlich sein, ist nach Auffassung der Kommission eine Weiterführung unterhalb der kritischen Masse nicht mehr sinnvoll." Im Hinblick auf die Bedeutung der Naturwissenschaften für ein zukunftsfähiges Hochschulsystem im allgemeinen, die Aufgaben der Berliner Hochschulen und der Technischen Universität Berlin insbesondere, warnte die Kommission davor, "die Naturwissenschaften - oder eines ihrer Fächer - so zu schwächen, daß sie ihren elementaren Aufgaben in der Lehre, in der Forschung sowie in der Unterstützung technischer Fächer und industrieller Unternehmungen bei der Entwicklung neuer Produkte nicht mehr nachkommen kann."

Für die Chemie der Technischen Universität Berlin hat die Evaluierungskommission nicht nur die Zahl von 20 Hochschullehrerstellen bestätigt, sondern auch die einzelnen Momente des Entwicklungskonzepts des Fachbereichs mit ihren jeweiligen stellenplanmäßigen Konsequenzen unterstützt. Insbesondere hat die Evaluierungskommission die Notwendigkeit von zwei Fachgebieten im Bereich der Theoretischen Chemie betont und die vom Fachbereich geplante Einbindung - insbesondere in das Schwerpunktgebiet der "Molekularen Materialwissenschaften" - als wesentlich erachtet.

Die Präsidialkommission sah sich dennoch nicht in der Lage, der Forderung nach 20 Stellen für die Chemie zu entsprechen.

Die Kommission erkannte zwar die Konsistenz des wissenschaftlichen Konzeptes des Fachbereiches wie die wissenschaftspolitische Stimmigkeit der Begründungen für die einzelnen Stellen in Übereinstimmung mit der Evaluierungskommission an. Entscheidend für ihre Empfehlung war auch hier die Einschätzung, daß bei Ausschöpfen aller möglichen Synergieeffekte das dargelegte wissenschaftliche Konzept auch mit 18 Hochschullehrerstellen umgesetzt werden kann. Sie geht davon aus, daß fakultätsinterne wie -externe (Fakultät III) Synergieeffekte erzielt werden können, und daß dafür ein zwischen der Chemie und der Fakultät III abgestimmtes Konzept in relevanten Gebieten möglichst bald entwickelt werden muß.

Die Präsidialkommission hat daher vorgeschlagen, die Chemie mit 18 Hochschullehrerstellen auszustatten.

Die Präsidialkommission verweist auf die Möglichkeit, diesen Stellenrahmen ggf. durch Umwandlung von Stellen für Akademische Mitarbeiter um eine, maximal zwei Hochschullehrerstellen kapazitätsneutral zu erweitern.

Physik

Im Rahmen seiner Anhörung durch die Präsidialkommission hat der noch zuständige Fachbereich Physik geltend gemacht, daß bei einer Ausstattung mit weniger als

22 Professuren

(inclusive eine Stelle Fachdidaktik) die bisherige Qualität der Forschung - insbesondere die Aufrechterhaltung der bestehenden Sonderforschungsbereiche - und die weitere Bildung von Schwerpunkten sowie die Einwerbung von Drittmitteln gefährdet sei. Die geforderten Stellen verteilen sich auf die Institute des Fachbereichs wie folgt: Festkörperphysik 5; Optik 5; Theoretische Physik 6, Astrophysik 2; Analytische Physik 3; Fachdidaktik 1.

Die Notwendigkeit dieser Ausstattung hat der Fachbereich unter Bezug auf die bisherige Ausstattung, die laufenden wie die geplanten Forschungsaktivitäten und die Besonderheiten des Lehrangebotes begründet und sich dabei auf die folgenden im Entwicklungsplan 1996 dargestellten Schwerpunkte in Lehre und Forschung bezogen:

  • Festkörperphysik (Halbleitergrenzflächen und Nanostrukturen, Photonik, Supraleiter)
  • Optik (Laserphysik, Korpuskularoptik, Technische Optik)
  • Statistische Physik (Nichtlineare Dynamik, Anisotrope Fluide, Nichtgleichgewichts- dynamik)
  • Astrophysik
  • Analytische Physik (Atomare Teilchen, Moleküle und Umweltanalytik)

Hinsichtlich der notwendigen Einbindung der Fachgebiete in die Lehre verweist der Fachbereich darauf, daß alle geforderten Fachgebiete in das Pflichtlehrangebot des Diplomstudienganges "Physik" oder des "Lehramtstudienganges Physik" integriert sind. Die Forschungsschwerpunkte der im Fachbereich vertretenen Fachgebiete legen das Angebot der Wahlpflichtfächer im Hauptstudium fest. Darüber hinaus leistet der Fachbereich Service für fast alle ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge.

Die Lehrerbildung soll nach Auffassung des Fachbereichs ein wesentlicher Teil seiner Aufgaben bleiben. Der Bezug zu den technischen Disziplinen unterscheidet die Physik-Lehramtsausbildung an der Technischen Universität Berlin von derjenigen an den anderen Universitäten im Land Berlin.

Die Präsidialkommission hat auch hier die Empfehlungen der Evaluierungskommission des Landes Berlin herangezogen. Sie differieren hinsichtlich der Ausstattungsvorschläge für die einzelnen Bereiche gegenüber dem Entwicklungsplan des Fachbereiches quantitativ nur im Hinblick auf die Lehrerbildung.

Im übrigen hält die Präsidialkommission das fachliche Konzept des Fachbereiches Physik und die daraus abgeleiteten Stellenanforderungen für wohlbegründet. Sie kann sich auch dabei auf die Einschätzung der Evaluierungskommission stützen. Hinsichtlich der Theoretischen Physik hat diese zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sie "mit sechs Professuren relativ schwach ausgestattet" sei, und hat hinzugefügt: "Vor diesem Hintergrund sieht die Kommission die Gefahr von deutlichen Engpässen in der Lehre, die die Physik-Ausbildung an der Technischen Universität Berlin nachhaltig beeinträchtigen können."

Die Präsidialkommission hat daher empfohlen - im Einklang mit der Empfehlung der Evaluierungskommission des Landes Berlin -, der Physik 21 Hochschullehrerstellen (incl. eine Stelle Fachdidaktik) zuzuweisen.

Im übrigen verweist die Präsidialkommission auch hier auf Synergieeffekte, die beispielsweise in einer Zusammenarbeit mit der Elektrotechnik, den Werkstoffwissenschaften und dem grundlagenorientierten Bereich der Ingenieurwissenschaften wie der Angewandten Mechanik gesehen werden.

Mathematik

Bei der Anhörung durch die Präsidialkommission hat der zuständige Fachbereich einen Bedarf von

23 Professuren

geltend gemacht. In seinem "Strukturplan" vom Mai 1996 ging der Fachbereich noch von 26 langfristig zu erhaltenden Professuren aus, um seinen Forschungszielen wie seiner Verpflichtung insbesondere auch im Hinblick auf das Serviceangebot für die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge der Technischen Universität Berlin genügen zu können.

In einem allgemeinen Sinne hat der Fachbereich bereits im Strukturplan 1996 folgende Schwerpunkte in Forschung und Lehre benannt:

  • Differentialgeometrie, Visualisierung, Mathematische Physik
  • Stochastik
  • Modellierung und Simulation
  • Algorithmische Diskrete Mathematik

Das Studienangebot des Bereichs Mathematik soll auch in Zukunft aus den Studiengängen "Mathematik", "Techno- und Wirtschaftsmathematik" sowie den "Lehramtsstudiengängen Mathematik" bestehen. Als Abschluß in den Studiengängen "Mathematik" sowie "Techno- und Wirtschaftsmathematik" soll in Zukunft neben dem Diplom der Bachelor und Master-Abschluß möglich sein. Hinzu kommt der außerordentlich große Anteil des Service-Lehrangebotes. Der Fachbereich hat darauf verwiesen, daß er im Studienjahr 1997/98 für 17 Magister und Diplomstudiengänge sowie in der Lehrerausbildung für das Amt des Studienrates einer beruflichen Fachrichtung Service-Lehrveranstaltungen angeboten habe.

Die Präsidialkommission hat sich auch hier auf die Empfehlungen der Kommission zur Evaluierung der Naturwissenschaften an den Berliner Universitäten gestützt. Diese hat eine stärkere Akzentuierung der fachlichen Schwerpunktsetzungen angemahnt und dafür Vorschläge unterbreitet. Sie hat außerdem empfohlen, die Lehramtsausbildung fortzusetzen, dafür aber keine Fachdidaktikstelle an der Technischen Universität Berlin vorzusehen.

Die Präsidialkommission empfiehlt, in der Mathematik bei der Fachgebietsbestimmung grundsätzlich auch "Brückenprofessuren" zu anderen anwendungsnahen Fächern der Technischen Universität Berlin zu definieren, die in der Forschung und ggf. im Hauptstudium anderer Studiengänge eine kooperierende Rolle spielen können.

Die Kommission hat empfohlen, der Fakultät II für die Mathematik 21 Hochschullehrerstellen zuzuteilen.

Insgesamt wird der Fakultät empfohlen zu prüfen, ob die Professur für Fachdidaktik, die im Stellenrahmen der Physik vorgesehen ist, als Fachdidaktik für die Lehrerbildung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät zu nutzen ist. Falls dies nicht zutrifft, sollten die notwendigen Fachdidaktiken im Verbund mit den anderen Universitäten eingerichtet werden.

Insgesamt hat die Präsidialkommission eine Ausstattung der Fakultät II mit Hochschullehrerstellen wie folgt empfohlen:

Chemie:18 Professuren
Physik:21 Professuren
Mathematik:    21 Professuren

insgesamt60 Professuren.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat sich den Überlegungen der Präsidialkommission mit den folgenden Maßgaben angeschlossen:

Er anerkennt im Prinzip die Feststellungen der Kommission zur Evaluierung der Naturwissenschaften, daß die Ausstattung der Naturwissenschaften an der Technischen Universität Berlin sich hinsichtlich des wissenschaftlichen Spektrums an der unteren Grenze befindet. Andererseits erkennt der Akademische Senat bei der Zusammenführung der Fachbereiche 6 und 15 in der neuen Fakultät III einen unabweisbaren Bedarf von zwei weiteren Professorenstellen gegenüber den Empfehlungen der Präsidialkommission (s. Ausführungen zur Fakultät III). In Abwägung dieser Sachverhalte hat der Akademische Senat beschlossen,

  • die Ausstattung der Physik um eine Professur (nicht aus dem Bereich der Experimentalphysik) und
  • die Ausstattung der Chemie um eine Professur (nicht aus dem Bereich der Technischen Chemie)

abzusenken. Um diese Professuren soll die Ausstattung der Fakultät III erhöht werden.

Dies erscheint gerechtfertigt aufgrund der fachlichen Nähe der beiden Fakultäten und der damit gegebenen Möglichkeit der Nutzung von Synergieeffekten einer verstärkten Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

Die Fakultät II wird gebeten, in ihrem Entwicklungsplan Brückenprofessuren zu anderen Wissenschaftsbereichen im Umfange von mindestens 25 % auszuweisen. Es soll bei jeder neu- oder wiederzubesetzenden Professur geprüft werden, inwieweit diese Funktion einer Brückenprofessur übernehmen kann.

Der Akademische Senat hat im Ergebnis der Abwägung aller fachlich unmittelbaren wie gesamtuniversitären Interessen folgende Ausstattung mit Professuren beschlossen:

Chemie:17 Professuren
Physik:20 Professuren
Mathematik:    21 Professuren

insgesamt58 Professuren.




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