[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

2.3 Fakultät III


Der Hochschulentwicklungsplan III sah für die künftig in der Fakultät III zusammengefaßten Wissenschaftsbereiche die folgende Ausstattung mit Hochschullehrerstellen vor:

Energie und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik, Meß- und Regelungstechnik):    20 Professuren
Umwelttechnik:7 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:15 Professuren
Lebensmittelchemie:4 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):13 Professuren

59 Professuren

Im Rahmen der Auflösung der Pauschalen Minderausgabe 1995 wurde diese Ausstattung um vier Stellen reduziert (Bio- und Lebensmitteltechnologie minus drei; Lebensmittelchemie minus eine).

Der Vorschlag des Präsidenten zur Verteilung von 340 Hochschullehrerstellen 1996 beinhaltete die folgende Verteilung:

Energie- und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik, Meß- und Regelungstechnik):    18 Professuren
Umwelttechnik:5 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:8 Professuren
Lebensmittelchemie:2 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):10 Professuren

43 Professuren

Der vom Akademischen Senat bestätigte Vorschlag des Präsidenten vom Juli 1997 zur Verteilung von 309 Hochschullehrerstellen sieht vor:

Energie- und Verfahrenstechnik ( incl. Thermodynamik, Akustik, Meß- und Regelungstechnik):    13 Professuren
Umwelttechnik:5 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:7 Professuren
Lebensmittelchemie:2 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):8 Professuren

35 Professuren

Im Rahmen ihrer Anhörung durch die Präsidialkommission haben die betroffenen Fachbereiche den folgenden Bedarf geltend gemacht:

Energie und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik, Meß- und Regelungstechnik):    15 Professuren
Umwelttechnik:6 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:10 Professuren
Lebensmittelchemie:2 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):8 Professuren

41 Professuren.

Sie haben ferner geltend gemacht, daß die Zusammenführung dieser wissenschaftlichen Bereiche in der neuen Fakultät III das Ergebnis langfristiger konzeptioneller Anstrengungen in den betroffenen Wissenschaftsbereichen zum Aufbau einer prozeßorientierten Ingenieurwissenschaft als profilbestimmender Schwerpunkt der Universität sei.

Die Grundstruktur dieses Integrationsmodells läßt sich wie folgt umschreiben: Die drei tragenden Säulen der künftigen Fakultät sind die technologischen Studiengänge: "Energie- und Verfahrenstechnik", "Biotechnologie" und "Lebensmitteltechnologie". Verzahnt werden diese durch die Querschnittsstudiengänge: "Umwelttechnik", "Werkstoffwissenschaften", "Informationstechnik im Maschinenwesen" sowie "Lebensmittelchemie", die gleichzeitig eine besondere Grundlage für die Bio- und Lebensmitteltechnologie darstellt. Diesem auf die Studiengänge bezogenen Netz entspricht ein analoger Aufbau für die zukünftigen Forschungsschwerpunkte der Fakultät.

Neben den genannten Studiengängen möchte der betroffene Fachbereich im Rahmen der neuen Fakultät auch den bisherigen Studiengang "Gebäudetechnik" als Studienrichtung im Studiengang "Energie- und Verfahrenstechnik" fortführen und begründet im Hinblick hierauf die Notwendigkeit einer der von ihm geforderten 13 Stellen im Bereich "Energie- und Verfahrenstechnik".

Im übrigen machen die betroffenen Fachbereiche geltend, daß alle Planungen für dieses Integrationsmodell auf der Grundlage eines jeweils detailliert begründeten Bedarfs an Hochschullehrerstellen im Umfange mindestens der hier geltend gemachten Größenordnung erfolgt seien. Es erscheine ihnen nicht nachvollziehbar, wenn die Technische Universität Berlin gerade in einem für ihr wissenschaftliches Profil hochbedeutsamem Bereich gegenüber früheren Planungen Kürzungen des Stellenrahmens in einem Umfange vornehme, wie sie kein anderer Wissenschaftsbereich der Universität zu erdulden habe.

Die Präsidialkommission teilt die Selbsteinschätzung der neuen Fakultät im Hinblick auf die Bedeutung dieser Zusammenfassung bisher getrennter Wissenschaftsbereiche für die Entwicklung neuer Ansätze auf dem Felde prozeßorientierter Ingenieurwissenschaft. Sie konnte sich dennoch lediglich bereit finden, eine Erhöhung des vom Akademischen Senat bis dahin akzeptierten Vorschlags um 2 Stellen zu befürworten.

Bei ihren Entscheidungen zu den einzelnen Wissenschaftsbereichen hat sich die Präsidialkommission von folgenden Überlegungen leiten lassen:

Energie- und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik und Meß- und Regelungstechnik):

Die Präsidialkommission empfiehlt eine Erhöhung der Stellenausstattung in diesem Bereich um eine Stelle die in ihm verankerten Grundlagen der Ingenieurwissenschaften, hier: Thermodynamik. Sie hat sich von der Notwendigkeit von zwei Thermodynamik-Stellen überzeugt. Sie hat zugleich festgestellt, daß die Ausstattung des engeren Bereiches der Energie- und Verfahrenstechnik mit neun Stellen (gegenüber 10 vom Fachbereich beantragten Stellen) quantitativ wie qualitativ eine absolute Untergrenze für diesen zentralen Bereich der neuen Fakultät darstellt. Die vom Fachbereich vorgelegte fachliche Ausweisung der Stellen erlaubt hier keine weiteren Einsparungen. Nur in Ausschöpfung aller Synergiepotentiale wird es möglich sein, in dem verbleibenden Stellenrahmen von 14 Hochschullehrerstellen, davon neun für den engeren Bereich Energie- und Verfahrenstechnik, zwei für Thermodynamik, zwei für Akustik und eine für Meß- und Regelungs-technik, das Forschungs- und Lehrkonzept in diesem Bereich zu realisieren. Dabei sah sich die Präsidialkommission gezwungen, die Einstellung des Studienganges "Gebäudetechnik" (und nicht dessen Fortführung als Studienrichtung im Studiengang "Energie- und Verfahrenstechnik" - wie von dem betroffenen Fachbereich beabsichtigt -) zu empfehlen.

Umwelttechnik

Die Präsidialkommission ist der Ansicht, daß die möglichen Synergiepotentiale hier die Einschätzung erlauben, daß der Bereich Umwelttechnik - trotz seines NC-Status - mit fünf Professuren erfolgreich weitergeführt werden, wenn man die Mitwirkung der beiden Akustik-Professuren berücksichtigt.

Die Präsidialkommission unterstützt die begonnenen Kooperationen in Lehre und Forschung mit dem Bereich Ökologie. Zusätzlicher Abstimmungsbedarf besteht hinsichtlich der Verortung der "Umweltchemie" und einer gesamtuniversitären Konzeption für die Mikrobiologie.

Bio- und Lebensmitteltechnologie sowie Lebensmittelchemie

Die Präsidialkommission hat hier die Erhöhung der in der Empfehlung des Akademischen Senats vorgesehenen Stellenzahl von sieben auf acht für den Bereich der Technologien befürwortet. Dieses stützt sich auf die dargestellte Bedeutung der Bio- und Lebensmitteltechnologie für die TUB und berücksichtigt den NC-Status der Biotechnologie und den seit 1996 eingerichteten fachübergreifenden Forschungsschwerpunkt "Biotechnologiezentrum" ebenso wie die von der Fakultät dargestellte herausragende Zukunftsrelevanz der Lebensmitteltechnologie. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Empfehlung der Präsidialkommission an die Chemie hinzuweisen, gemeinsam mit der Fakultät III ein abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

Die Präsidialkommission hält zwei Hochschullehrerstellen für den Bereich der Lebensmittelchemie im Hinblick auf das Fachgebietsspektrum Lebensmittelchemie / Lebensmitteltoxikologie für erforderlich.

Werkstoffwissenschaften

Maßgebend für die Befürwortung eines Stellenrahmens von acht Hochschullehrerstellen für diesen Bereich waren die Ergebnisse der "Arbeitsgruppe Werkstoffwissenschaften", die 1996 die Situation und die Zukunftsperspektiven der Werkstoffwissenschaften an der Technischen Universität Berlin untersucht hat sowie die Ausarbeitung der Fakultät zur Anhörung der Präsidialkommission. Die Arbeitsgruppe hat - auch gestützt auf die Empfehlungen des Wissenschaftsrates - vor dem Hintergrund der Schlüsselstellung, die der Entwicklung neuer Werkstoffe in der Wirtschaft zukommt, die Neuordnung und Stärkung der Werkstoffwissenschaften als eine zentrale Aufgabe der Technischen Universität Berlin beschrieben. Die Werkstoffwissenschaften haben danach eine Klammerfunktion zu erfüllen zwischen den grundlegenden Naturwissenschaften, wie Chemie, Physik, Mathematik, Geologie etc. und den (Angewandten) Ingenieurwissenschaften, wie Elektrotechnik, Fertigungs- und Produktionstechnik, Verfahrenstechnik, Verkehrstechnik etc.

Die Arbeitsgruppe hat vier Forschungs-"Zielfelder" benannt, die im Hinblick auf die vorhandenen Potentiale und die Möglichkeiten eines Verbundes mit außeruniversitären Forschungsinstituten für die TUB von besonderer Bedeutung seien:

  • Hochtemperaturwerkstoffe
  • Faserverstärkte Verbundwerkstoffe, Leichtbauwerkstoffe
  • Biomaterialien
  • Materialien der Mikrosystemtechnik,

die Fakultät III schlägt darüber hinaus noch das Forschungsfeld

  • Wechselwirkung mit Prozeß- und Produktionsgestaltung

vor.

Die Arbeitsgruppe hat im Hinblick auf diese Forschungsfelder sowie die notwendige Verknüpfung zwischen der prozeßorientierten Forschung, der Materialcharakterisierung und Diagnostik sowie der bauteil- und anwendungsorientierten Forschung 10 Fachgebiete für erforderlich gehalten und diese inhaltlich beschrieben.

Die Präsidialkommission hält an der grundlegenden planerischen Zielsetzung der Arbeitsgruppe fest und empfiehlt, auf der Grundlage des Ergebnisses der Arbeitsgruppe den Entwicklungsplan fortzuschreiben. Darüber hinaus muß die Fakultät in ihrer Besetzungspolitik den gesamtuniversitären Service im Bereich Werkstoffwissenschaften gewährleisten und dafür ein universitätsweites Lehrangebot entwickeln.

Die Präsidialkommission hat die folgende Ausstattung der neuen Fakultät III mit Hochschullehrerstellen vorgeschlagen:

Energie- und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik,Meß- und Regelungstechnik):    14 Professuren
Umwelttechnik:5 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:8 Professuren
Lebenmittelchemie:2 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):8 Professuren

insgesamt:37 Professuren

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat sich den Überlegungen der Präsidialkommission mit den folgenden Maßgaben angeschlossen:

Die Vertreter der künftigen Fakultät III haben überzeugend dargelegt, daß die Fachbereiche 6 und 15 sich nur dann zu einer arbeitsfähigen Fakultät mit den profilbildenden Schwerpunkten Energie- und Verfahrenstechnik, Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie, Umwelttechnik, Materialwissenschaften und Lebensmittelchemie zusammenschließen können, wenn die von der Präsidialkommission vorgeschlagene Zahl von 37 Professuren auf 39 erhöht wird.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat daher eine Zuteilung von 39 Professuren beschlossen, die sich wie folgt verteilen:

Energie- und Verfahrenstechnik (incl. Thermodynamik, Akustik, Meß- und Regelungstechnik):    14 Professuren
Umwelttechnik:5 Professuren
Bio- und Lebensmitteltechnologie:8 Professuren
Lebenmittelchemie:2 Professuren
Werkstoffwissenschaften (incl. Werkstofftechnik):8 Professuren
Professuren mit noch festzulegender Fachgebietsbezeichnung zur Integration der Studiengänge:2 Professuren

insgesamt:39 Professuren.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin bittet die neue Fakultät um die Vorlage eines Entwicklungsplanes auf der Grundlage von 39 Professuren.

Er erwartet, daß die Fakultät III im stärkeren Maße das Lehrangebot der Fakultät II in Anspruch nimmt.




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