[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

2.4 Fakultät IV


Im Hochschulentwicklungsplan III waren für die

Elektrotechnik:    25 Professuren
Informatik:28 Professuren

53 Professuren

vorgesehen.

Im Rahmen der Auflösung der Pauschalen Minderausgabe 1995 wurden diese Zahlen reduziert auf:

Elektrotechnik:    23 Professuren
Informatik:25 Professuren

48 Professuren

Der Vorschlag des Präsidenten zur Verteilung von 340 Hochschullehrerstellen 1996 sah vor:

Elektrotechnik:    25 Professuren
Informatik:25 Professuren

50 Professuren.

Die Empfehlung des Akademischen Senats zur Verteilung von 309 Stellen vom Januar 1998 hält für unabdingbar noch:

Elektrotechnik:    21 Professuren
Informatik:22 Professuren

43 Professuren.

Zu den Bereichen:

Elektrotechnik

Im Rahmen seiner Anhörung durch die Präsidialkommission hat der Fachbereich Elektrotechnik die vom Akademischen Senat vorgeschlagene Ausstattung akzeptiert und sich zur Begründung dieses Bedarfs auf die folgenden Schwerpunktgebiete seiner Arbeit bezogen:

  • Meß- und Automatisierungstechnik (Regelungssysteme, Meß- und Prüftechnik, Sensorik, Bildverarbeitung/Mustererkennung),
  • Elektrische Energietechnik (Elektrische Antriebstechnik, Leistungselektronik, Energie und Hochspannungstechnik, Erneuerbare Energien, Lichttechnik)
  • Informations- und Kommunikationstechnik (Nachrichtenübertragung, Telekommunikationsnetze, Kommunikationssendesysteme, Hochfrequenztechnik/Photonik)
  • Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik (Festkörperelektronik, Elektronische Systeme, Mikroelektronik, Entwurf integrierter Schaltkreise, Mikrosystemtechnik, Mikrosystemsimulation),
  • Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik (Theoretische Elektrotechnik, Elektromagnetische Verträglichkeit).

Im Bereich der Lehre sollen die Diplomstudiengänge "Elektrotechnik" und "Technische Informatik" (zusammen mit der Informatik) aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.

Die Präsidialkommission hat für ihre Überlegungen auch die Ergebnisse der "Arbeitsgruppe Elektrotechnik", die 1996 die Situation und die Perspektiven der Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin untersucht und dem Präsidenten Empfehlungen vorgelegt hat, hinzugezogen. Die Arbeitsgruppe hatte in ihren Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Elektrotechnik an der Technischen Universität die o. g. Schwerpunktfelder herausgestellt. Die Arbeitsgruppe hat festgestellt, daß alle diese Schwerpunktgebiete auch in Zukunft in Lehre und Forschung an der Technischen Universität Berlin vertreten sein müssen, um die Ausbildung in allen für die berufliche Praxis relevanten Bereichen in voller Breite zu gewährleisten und um in der Forschung die Vorteile einer engen Verflechtung zwischen den Bereichen ausnutzen zu können. Sie hat allerdings eine bessere Ausstattung dieser Bereiche mit insgesamt 25 Hochschullehrerstellen empfohlen.

Die Präsidialkommission unterstützt das grundsätzliche Ziel dieser Empfehlung. Sie geht aber davon aus, daß über die Mobilisierung von Synergieeffekten insbesondere mit der Informatik dieses Ziel auch mit der vorgesehenen Zahl von 21 Hochschullehrerstellen erreicht werden kann.

Informatik

Der Fachbereich Informatik hat im Rahmen seiner Anhörung durch die Präsidialkommission einen Bedarf von

26 Professuren

geltend gemacht und sich hierzu auf die folgenden Schwerpunktgebiete bezogen:

  • Theoretische Grundlagen (Formale Methoden und Semantik, Theorie verteilter Systeme, Grundlagen der künstlichen Intelligenz, Neuroinformatik),
  • Softwaretechnik (Softwareentwicklung, Programmiersprachen, Programmierung verteilter und paralleler Systeme, Informationssysteme, Angewandte Künstliche Intelligenz),
  • Wirtschaftsinformatik/Informatik & Gesellschaft (Systemanalyse, Anwendungssysteme in Arbeit und Gesellschaft, Entscheidungsmodelle und ökonometrische Methoden, Statistische Methoden und Datenanalyse, Informationsrecht),
  • Technische Informatik (Digitale Systeme, Rechnerarchitektur, Computer Graphics, Computer Vision, Robotik),
  • Kommunikationstechnik (Netzwerktechnologie, Betriebssysteme, Kommunikationssysteme, Verteilte Echtzeitsysteme, Verteilte Informationssysteme, Multimedia- systeme).

Im Bereich der Lehre sollen im Rahmen der neuen Fakultät weiterhin die Diplom-Studiengänge "Informatik" und "Technische Informatik" (zusammen mit der Elektrotechnik) angeboten werden. Weiterhin ist in dieser Bedarfsermittlung des Fachbereichs bereits der Bedarf für die Einrichtung des seit langem geplanten Studienganges "Wirtschaftsinformatik" (zusammen mit der künftigen Fakultät VIII) berücksichtigt.

Der Fachbereich hat sich zur Begründung seines Bedarfes außerdem auf seinen Entwicklungsplan vom Mai 1997 bezogen, in dem er mit der konkreten Benennung von Forschungsaufgaben für jedes der genannten Schwerpunktgebiete geltend gemacht hat, einen entscheidenden Beitrag zu dem universitären Schwerpunktfeld "Information und Kommunikation" wie den TU-Schwerpunkten "Umwelt und Gesellschaft", "Mobilität und Verkehr" und "Neue Technologien in Elektrotechnik und Maschinenbau" zu leisten.

Der Fachbereich hat sich insbesondere auch auf die Empfehlung der Evaluierungskommision für die Naturwissenschaften berufen, die eine "schrittweise Reduzierung der Professuren von 28 auf 23" empfohlen hat. Der Fachbereich ist der Auffassung, davon müßten zumindest 22 für den Informatik-Bereich im engeren fachlichen Sinne reserviert sein. Die Fachgebiete mit Service- und Brückenfunktion zu den Wirtschaftswissenschaften müßten - wenn denn der Fachbereich diesen Service weiter leisten solle - hinzukommen. Darüber hinaus hat die Informatik im Rahmen der Anhörung Synergiepotentiale mit der Elektrotechnik im Bereich der Professuren explizit benannt.

Die Präsidialkommission war nicht davon überzeugt, daß eine Erhöhung der vom Akademischen Senat empfohlenen Stellenzahl zwingend erforderlich ist. Was die Empfehlungen der Evaluierungskommission betrifft, so ist festzustellen, daß diese von sechs vorhandenen Professuren der Wirtschaftswissenschaften/Wirtschaftsinformatik ausgegangen ist, von denen sie zwei zur Streichung bzw. Abgabe an die Freie Universität Berlin empfohlen hat. Die restlichen vier sind in der Zahl der erwähnten 23 verbleibenden Stellen enthalten. Wenn die Zahl von 22 Hochschullehrerstellen um eine unter der zitierten Empfehlung der Evaluierungskommission liegt, so gilt, was bereits für die teilweise drastischeren Unterschreitungen dieser Empfehlungen im Bereich der Naturwissenschaften gesagt wurde: Die Präsidialkommission geht davon aus, daß der künftigen Fakultät unter den gegebenen Umständen zuzumuten ist, durch Ausschöpfung von Synergieeffekten diese Differenz auszugleichen. In diesem Rahmen soll der wichtige, weil für die Technische Universität Berlin profilbestimmende Schwerpunkt "Informations- und Kommunikationstechnologien" durch ein geeignetes, zwischen beiden Bereichen der künftigen Fakultät abgestimmtes, gemeinsames Konzept weiterentwickelt und gestärkt werden.

Die Präsidialkommission ist der Auffassung, daß erst nach einer zwischen den beiden Bereichen dieser Fakultät ebenso wie mit der Fakultät VIII abgestimmten Prüfung entschieden werden kann, ob die Fakultät einen Studiengang "Wirtschaftsinformatik" ausstattungsneutral einrichten will.

Die Präsidialkommission hat daher eine Ausstattung der Fakultät IV mit Hochschullehrerstellen wie folgt empfohlen:

Elektrotechnik:    21 Professuren
Informatik:22 Professuren

43 Professuren.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat sich den Überlegungen der Präsidialkommission mit der folgenden Maßgabe angeschlossen: Der Fachbereich 13 hat in den Anhörungen seinen Wunsch nach Einrichtung der Wirtschaftsinformatik bekräftigt. Der Akademische Senat erkennt diesen Wunsch auch aus gesamtuniversitärer Sicht als berechtigt an. Er sieht sich andererseits nicht in der Lage, aus anderen Fakultäten die dafür erforderliche Ausstattung bereitzustellen. Er beschließt daher, dieses Problem durch die Umwidmung einer Professur aus der Elektrotechnik für die Informatik zu lösen.

Der Akademische Senat hat daher eine Ausstattung der Fakultät IV mit Professuren wie folgt beschlossen:

Elektrotechnik:    20 Professuren
Informatik:23 Professuren

insgesamt:43 Professuren.




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