[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

2.7 Fakultät VII


Im Hochschulentwicklungsplan III waren für die Bereiche der künftigen Fakultät VII vorgesehen:

Architektur:28 Professuren
Stadt und Regionalplanung:8 Professuren
Landschaftsplanung und -architektur:    14 Professuren
Ökologie:7 Professuren
Soziologie:6 Professuren

63 Professuren

Im Rahmen der Auflösung der Pauschalen Minderausgabe 1995 wurde der Bereich Soziologie auf fünf Stellen reduziert.

Der Vorschlag des Präsidenten zur Verteilung von 340 Hochschullehrerstellen 1996 sah folgende Ausstattung vor:

Architektur:25 Professuren
Stadt und Regionalplanung:8 Professuren
Landschaftsplanung und -architektur:    10 Professuren
Ökologie:5 Professuren
Soziologie:4 Professuren

52 Professuren

Der vom Akademischen Senat bestätigte Vorschlag des Präsidenten zur Verteilung von 309 Hochschullehrerstellen sieht vor:

Architektur:23 Professuren
Stadt und Regionalplanung:7 Professuren
Landschaftsplanung und -architektur:    8 Professuren
Ökologie:5 Professuren
Soziologie:4 Professuren

47 Professuren

Im Rahmen ihrer Anhörung durch die Präsidialkommission haben die betroffenen Fachbereiche dieser Ausstattung nicht ausdrücklich widersprochen. Die Planungswissenschaften haben darauf verwiesen, daß sie beabsichtigen, durch Umwandlung von je zwei Stellen für Akademische Mitarbeiter für die folgenden Bereiche zusätzliche Hochschullehrerstellen zu schaffen: Für die Stadt- und Regionalplanung sowie den Bereich Landschaftsplanung und -architektur drei Stellen; die Ökologie und die Soziologie je eine Stelle. Die Architekten haben sich vorbehalten, die Verteilung ihrer Fachgebiete nochmals zu überprüfen.

Die Präsidialkommission geht bei ihren Empfehlungen zu den einzelnen Bereichen von den folgenden Sachverhalten und Überlegungen aus:

Architektur

Bei der Ausstattung mit Hochschullehrerstellen ist zum einen die Situation der Architektur als ein Studiengang mit einem außerordentlich "harten" Numerus Clausus zu berücksichtigen. Zum anderen gilt es, der spezifischen fachlichen Profilierung, die die Architektur in Forschung und Lehre an der Technischen Universität Berlin ausgebildet hat, nicht die Entwicklungsmöglichkeiten zu nehmen.

Im Hinblick auf die Zahl der zu betreuenden Studienanfänger und einer äußerstenfalls noch hinnehmbaren Gruppengröße von 90 Studierenden pro Betreuungsgruppe ist eine Ausstattung des Grundlagenfaches "Baukonstruktion und Entwerfen" mit sechs Hochschullehrerstellen unabdingbar. Unabdingbar für eine zeitgemäße Architekturausbildung sind auch die Grundlagen- und Querschnittsfächer "Tragwerkslehre und Baukonstruk- tion", "Gebäudekunde und Entwerfen", "Entwerfen und Innenraumplanung", "Gebäudetechnik und Entwerfen". Der Fachbereich hat für diese Fächer bisher insgesamt fünf Professuren vorgesehen. Zum spezifischen fachlichen Profil der Architektur an der Technischen Universität Berlin gehören die Bereiche "Städtebau" , Klimagerechtes Bauen" und "Entwerfen, Planen und Bauen im globalen Zusammenhang". Der Fachbereich hat hierfür insgesamt fünf Professuren vorgesehen. Für das notwendige spezifisch baubezogene ökonomische und rechtliche Lehrangebot sowie die insbesondere forschungsrelevante "Architekturtheorie" und "Architekturgeschichte" sieht der Fachbereich fünf Fachgebiete vor.

Die Präsidialkommission hält den sich hieraus ergebenden Stellenrahmen von 23 Hochschullehrerstellen für zwingend. Sollte im Hinblick auf die Zulassungszahlen im Grundlagenfach Konstruktion und Entwerfen ein höherer Bedarf entstehen als mit sechs Hochschullehrerstellen abgedeckt werden kann, muß diese Kapazität durch Umverteilung oder durch Umwandlung von Hochschullehrerstellen gewonnen werden. Die benannte Profilbildung mit ihren Konsequenzen für die Fächer Architekturtheorie und -geschichte wird ebenso wie die Beteiligung an dem geplanten fachübergreifenden Forschungsschwerpunkt "Schinkel-Zentrum für Architekturforschung und Denkmalpflege" von der Präsidialkommission ausdrücklich begrüßt.

Die Präsidialkommission empfiehlt daher, der künftigen Fakultät VII für die Architektur 23 Hochschullehrerstellen zuzuteilen.

Stadt- und Regionalplanung

Der für die Bereiche Stadt- und Regionalplanung, Landschaftsplanung und -architektur, Ökologie und Soziologie zuständige Fachbereich hat seine Zukunftsvorstellungen zuletzt in seinem Entwicklungsplan vom Mai 1997 ausführlich dargelegt und diese im Rahmen der Anhörung durch die Präsidialkommission nochmals pointiert. Danach verfolgt der Fachbereich das Konzept eines Lehr- und Forschungsverbundes "Umweltwissenschaften" in Zusammenarbeit mit Fachgebieten der bisherigen Fachbereiche "Verfahrenstechnik, Umwelttechnik, Werkstoffwissenschaften" und "Bauingenieurwesen und Angewandte Geowissenschaften". Dazu heißt es im Entwicklungsplan: "Die ursprünglich starke Ausrichtung der Institute des Fachbereiches auf die nachhaltige Entwicklung der Halbstadt (Berlin) ist als Vorlauf zu verstehen. Jetzt geht es darum, entsprechende Beiträge für die Gesamtstadt und die Region zu liefern. Dabei ist die bereits in der spezifischen Situation von Berlin (West) internationale Ausrichtung der Forschung und Lehre zu pflegen und noch mehr als bisher auf die Kooperation mit den osteuropäischen Transformationsgesellschaften auszurichten."

Für die Forschung hat der Fachbereich seine Aktivitäten zu drei Schwerpunktfeldern gebündelt:

  • Gesellschaftlicher Wandel und Steuerung räumlicher Entwicklung: Globalisierung, Wanderungsbewegungen, Ressourcenbegrenzung und die künftige Durchsetzungschance räumlicher Entwicklungssteuerung,
  • Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung: Nachhaltigkeit in ihrer technisch-ökologischen, ökonomischen und kulturellen/städtebaulichen Dimension (am Beispiel Berlin-Brandenburg),
  • Künftige Strategien der Stadterneuerung: Umgang mit der europäischen Stadt. In teils fakultätsübergreifender Zusammenarbeit der Bereiche Städtebau/Siedlungswesen, Denkmalpflege, Bau und Stadtgeschichte, Planungs- und Architektursoziologie, Stadt- und Regionalökonomie, Kunstwissenschaft.

Der Fachbereich begründet die von ihm für den Bereich Stadt- und Regionalplanung für notwendig befundene Zahl von acht Hochschullehrerstellen sowohl im Hinblick auf dieses Forschungsprofil (Sicherstellung des Querschnittsansatzes) wie aus der interdisziplinären Konzeption des Studienganges "Stadt- und Regionalplanung". Drei Stellen sind danach dem ingenieurwissenschaftlichen Kern der Stadt und Regionalplanung (Städtebau) zugeordnet; ein Fachgebiet Planungstheorie und Planungsgeschichte ist erforderlich. Vier weitere Fachgebiete sind mindestens erforderlich im Hinblick auf die querschnittsbezogenen Zielsetzungen.

Der Studiengang "Stadt- und Regionalplanung" ist NC-Studiengang.

Wenn die Präsidialkommission dennoch nur sieben Professuren für diesen Bereich empfohlen hat, so im Hinblick auf Synergieeffekte die in einer Zusammenarbeit in dieser Fakultät zu gewinnen sein müßten wie die vom Fachbereich selber angesprochene Möglichkeit, Stellen für Akademische Mitarbeiter gegen Hochschullehrerstellen auszutauschen.

Landschaftsplanung und -architektur

Hinsichtlich des grundsätzlichen Selbstverständnisses des Fachbereiches sei auf die Ausführungen zur Stadt- und Regionalplanung verwiesen. Im Entwicklungsplan vom Mai 1997 sowie bei der Anhörung durch die Präsidialkommission hat der Fachbereich zur Landschaftsplanung und -architektur wie folgt Stellung genommen:

Unter Forschungsgesichtspunkten ist der Bereich Landschaftsplanung auf die beiden Institute "Management in der Umweltplanung" und "Landschaftsentwicklung" aufgeteilt. Das erstgenannte Institut befaßt sich in Forschung und Lehre mit ausgewählten ökonomischen, politischen und sozialen Dimensionen der Beanspruchung, Beeinträchtigung und Planung der Umwelt und der Landschaft. Das zweitgenannte umfaßt die planerischen und ingenieurwissenschaftlichen Stellen im Fachbereich, die in der Lehre für den Studiengang Landschaftsplanung tätig sind.

  • Forschungsaktivitäten des Instituts für Management in der Umweltplanung: Nachhaltige Regionalentwicklung, Ökologische Produktentwicklung, Nachhaltige Energiepolitik, Ökonomische Bewertungsverfahren, Plan- und Programm - Umweltverträglichkeitsprüfung als Beitrag zu einer nachhaltigen Raumentwicklung
  • Forschungsaktivitäten am Institut für Landschaftsentwicklung: Theorie, Methodik und Recht in Naturschutz und Landschaftspfleger, Modellierung von Landschaftsfunktionen, Management und Umsetzung in Naturschutz und Landschaftspflege, Erfolgs und Wirksamkeitskontrollen in Naturschutz und Landschaftspflege, Fernerkundung und Geoinformationssystem in der Landschaftsplanung, Operationalisierung von GIS und Fernerkundung in die Planungspraxis, Schutzgut Landschaftsbild in der Landschaftsplanung, Visuelle Kommunikation in der Landschaftsplanung.

Vor dem Hintergrund dieses Forschungsprofils, das sich im Lehrangebot und den Ausbildungszielen des Studienganges spiegelt, hält der Fachbereich 10 Professuren für diesen Bereich erforderlich.

Der Studiengang "Landschaftsplanung" ist NC-Studiengang.

Die Präsidialkommission hat sich bei ihren Erörterungen von dem Grundgedanken leiten lassen, daß es sich bei den problembezogenen, interdisziplinären Studiengängen "Stadt- und Regionalplanung" sowie "Landschaftsplanung" um für das Profil der Technischen Universität Berlin wichtige Bereiche handelt. Dies gilt angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung auch für das Forschungsprofil.

Die Entwicklungen der Anforderungen der Berufspraxis in der Stadt- und Regionalplanung und Landschaftsplanung weisen eine Annäherung auf, die sich noch nicht in den Studiengängen niederschlägt. Aus der Sicht der Kommission ergeben sich Synergieeffekte, die die im Hochschulentwicklungsplan III vorgenommenen Fachgebietsreduzierungen rechtfertigen.

Die mit diesem Plan vorgenommene weitere Reduktion von Fachgebieten will der Fachbereich zum Teil durch Umwandlung von Akademische Mitarbeiter-Stellen wieder rückgängig machen. Die Kommission empfiehlt, eingehende Anträge zu prüfen und gegebenenfalls Umwandlungen (max. eine Umwandlung für Stadt- und Regionalplanung und zwei Umwandlungen für Landschaftsplanung) zuzulassen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Kommission, sieben Fachgebiete für Stadt- und Regionalplanung und acht Fachgebiete für Landschaftsplanung zuzuteilen.

Ökologie

Die Forschungsschwerpunkte der Ökologie liegen in

  • der Ökosystemforschung (Struktur, Funktionen, Bewertung, Nutzungskonzepte) und
  • den Teildisziplinen der Ökologie wie Pflanzen-, Tier-, Boden- und Gewässerökologie.

Der Fachbereich hat aus diesem Forschungsprofil und dem Servicebedarf der Studiengänge "Stadt- und Regionalplanung" sowie "Landschaftsplanung" einen Bedarf von sechs Hochschullehrerstellen hergeleitet. Der Bereich Ökologie leistet Service für die Studiengänge des Fachbereichs sowie die Studiengänge "Bauingenieurwesen", "Technischer Umweltschutz", "Geoingenieurwissenschaften" sowie für die Humboldt-Universität Berlin und Freie Universität Berlin. Über den Ausgleich der Serviceleistungen für die anderen Universitäten muß noch eine Klärung erfolgen.

Die Präsidialkommission hat auch hier die Empfehlungen der Evaluierungskommission des Landes Berlin zu den Naturwissenschaften herangezogen. Die Evaluierungskommission stellt fest, daß "der Ökologie ein besonderes Gewicht in Forschung und Lehre der Berliner Universitäten" zukommt und daß die Technische Universität Berlin ihren Schwerpunkt im Bereich der terrestrischen Ökologie aufgebaut hat. Darüber hinaus empfiehlt die Kommission, daß die Ökologie der Technischen Universität Berlin die "anderen beiden Berliner Universitäten in einem wichtigen Aspekt hervorragend unterstützen" könnte.

Die Präsidialkommission sieht sich in voller Würdigung dieser Empfehlung und des fachlichen Interesses der Ökologie nicht in der Lage, mehr als fünf Hochschullehrerstellen für diesen Bereich zu empfehlen. Die Kommission weist auf die Möglichkeit hin, eine Umwandlung von Akademische Mitarbeiter-Stellen in Professuren kapazitätsneutral vorzunehmen.

Soziologie

Der Bereich Soziologie ist gegenwärtig vornehmlich auf die Fragestellungen hin orientiert, die sich aus seiner Servicefunktion für die Studiengänge "Stadt- und Regionalplanung" und "Architektur" ergeben. Die Fächer "Planungs- und Architektursoziologie" sowie "Stadt- und Regionalsoziologie" sind vollständig, das noch bestehende Fachgebiet "Methoden der empirischen Sozialforschung" zur Hälfte durch Serviceleistungen gebunden. Der Fachbereich hat einen Bedarf von fünf Soziologie-Professuren angemeldet, um damit den schon lange geplanten neuen Diplomstudiengang "Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung" einführen zu können und um zugleich ein Forschungskonzept zu realisieren, das auf zwei übergreifende Themenkomplexe zentriert ist: "Technik und Gesellschaft" und "Erhalt und Erneuerung der europäischen Stadt".

Die Präsidialkommission anerkennt die Notwendigkeit eines Soziologiebereiches vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses des Fachbereiches, des Servicebedarfes der Architekten, aber auch des Interesses der Universität an einem Beitrag der Soziologie zur Ausbildung der Ingenieure. Sie bedauert es daher, daß sich die Einführung des geplanten Diplomstudienganges "Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung" nun schon seit Jahren verzögert. Das Grundproblem scheint ihr dabei das Fehlen verbindlicher Absprachen mit den Ingenieurwissenschaften zu sein. Angesichts des damit immer noch offenen Aufgabenprofils der Soziologie an dieser Universität sieht sie sich gegenwärtig nicht in der Lage, mehr als vier Stellen für die Soziologie vorzusehen. Die Kommission weist auf die Möglichkeit hin, die Umwandlung von Akademischen Mitarbeiter-Stellen in max. eine Professur kapazitätsneutral vorzunehmen.

Zusammenfassend hat die Präsidialkommission empfohlen, der Fakultät VII den folgenden Stellenrahmen zur Verfügung zu stellen:

Architektur:23 Professuren
Stadt- und Regionalplanung:7 Professuren
Landschaftsplanung und -architektur:    8 Professuren
Ökologie:5 Professuren
Soziologie:4 Professuren

insgesamt:47 Professuren.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat sich den Überlegungen der Präsidialkommission mit der folgenden Maßgabe angeschlossen:

Eine Absenkung der Kapazität der Landschaftsplanung und -architektur von 14 Professuren im Hochschulentwicklungsplan III auf nur noch 8 Professuren entsprechend der Empfehlung der Präsidialkommission erscheint bereits für sich genommen als problematisch. Sie erscheint auch angesichts der Bedeutung des Bereiches in Forschung wie Lehre nicht gerechtfertigt. Der Akademische Senat beschließt daher gegenüber der Empfehlung die Zuweisung einer zusätzlichen Stelle für die Landschaftsplanung und -architektur.

Insgesamt beschließt der Akademische Senat damit die Ausstattung der Fakultät VIII wie folgt:

Architektur:23 Professuren
Stadt- und Regionalplanung:7 Professuren
Landschaftsplanung und -architektur:    9 Professuren
Ökologie:5 Professuren
Soziologie:4 Professuren

insgesamt:48 Professuren




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