[TU BERLIN]


TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

2.9 Lehrerbildung

Nach dem Berliner Hochschulentwicklungsplan - zuletzt noch einmal bestätigt im Beschluß des politischen Senats vom 16.12.1997 im "Konzept für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an den Berliner Hochschulen" - soll die Technische Universität Berlin zukünftig nur noch Lehrer für das "Amt des Studienrats einer beruflichen Fachrichtung" und in den Bereichen der "Arbeitslehre" ausbilden. Diese Empfehlung widerstreitet den erklärten Bedürfnissen der Geistes- und Naturwissenschaften an der Technischen Universität Berlin, über die Fachausbildung von Studienräten die erforderliche Vielfalt des Forschungs- und Lehrangebotes zu sichern. Insofern hat der Akademische Senat bereits am 9.7.1997 die Beibehaltung der Studienratsausbildung an der Technischen Universität Berlin beschlossen. Auf dieser Grundlage ist in der Anhörung der Präsidialkommission von den betreffenden Fachbereichen unter anderem vorgetragen worden, daß folgende Fächer (einschließlich Fachdidaktik) der Lehrerbildung dauerhaft an der Technischen Universität Berlin bleiben sollen:

Mathematik
Physik
Arbeitslehre Haushalt/Wirtschaft und Arbeitslehre Technik
Deutsch
Französisch
Geschichte
Philosophie
Berufliche Fachrichtungen.
Noch keine klare Aussagen wurden getroffen zu:
Sozialkunde
Biologie
Chemie.
Eingestellt werden soll nach dem oben genannten AS-Beschluß der Studiengang zum Lehramt mit einem Fach (L1) (Sachkunde, Deutsch, Mathematik).

Die Fächer Geographie/Erdkunde, Latein und Englisch sind bereits eingestellt.

Der Dekan des Fachbereichs hat hiernach betont, daß es wenig sinnvoll sei, in den an der Technischen Universität Berlin verbleibenden Fächern nur Studierende für das Amt des Studienrates (L4) zuzulassen, weil dasselbe Angebot auch für die Ausbildung von Studierenden für das Amt des Lehrers mit zwei Fächern (L2) genutzt werden könne. Hinzu komme, daß das Fach Arbeitslehre auch ein Angebot für L2-Studierende sei. Darüber hinaus plädierte er dafür, einen Anteil für Erziehungswissenschaften und eine andere Sozialwissenschaft an der Technischen Universität Berlin zu erhalten. Im Ergebnis kommt er zu einer Bedarfsfeststellung von 18 Professuren und einer C2-Stelle für diese Teile der Lehrerbildung einschließlich je einer Professur für "Berufspädagogik", "Hochschuldidaktik" und "Deutsch als Fremdsprache".

Unabhängig davon lag der Präsidialkommission das Votum zweier Mitglieder vor, wonach der Erhalt folgender Fachgebiete der Lehrerbildung an der TU vorgeschlagen wird:

Fachwissenschaften für die Lehramtsausbildung (ohne Diplom und Magister)

Arbeitslehre:    3 Professuren
Biologie:2 Professuren
Sozialkunde:3 Professuren

Summe:8 Professuren

Fachdidaktiken:

TWLAK:3 Professuren
Sozialkunde und Geschichte:1 Professur   
Deutsch, Französ., Philosophie:2 Professuren
Naturwissenschaften und Mathematik:    2 Professuren
Arbeitslehre:1 Professur   

Summe:9 Professuren

sowie:

Berufspädagogik:1 Professur   
Deutsch als Fremdsprache:1 Professur   
Hochschulforschung/-entwicklung:    1 Professur   
Erziehungswissenschaften:5 Professuren

Summe:8 Professuren

Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von 25 Professuren (incl. 1 Fachdid. Physik).

Die Präsidialkommission hat zur Ausstattung der Lehrerbildung an der Technischen Universität Berlin keine abschließende Position entwickeln können, weil die angebahnte Zusammenarbeit der regionalen Universitäten im Lehrerbildungsbereich noch nicht zu hinreichend konkreten Ergebnissen hinsichtlich der Aufgabenteilung zwischen den Universitäten geführt hat.

In dieser Situation hat die Kommission pragmatisch beschlossen, zunächst nur diejenigen Professuren in die aktuelle Planung aufzunehmen, die gemäß Hochschulstrukturplan des Landes Berlin zum Aufgabengebiet der Technischen Universität gehören sollen. Aus Sicht der Präsidialkommission ergeben sich danach sieben Professuren.

Darüber hinaus ist eine Professur für die Didaktik der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtungen bereits im Stellenrahmen der Fakultät II enthalten.

Eine weitergehende Festlegung von Professuren im Lehrerbereich sollte aus Sicht der Präsidialkommission erst erfolgen, wenn die Verhandlungen zur zukünftigen Lehramtsausbildung zwischen den Berliner Universitäten und dem Land Berlin zu Ergebnissen geführt haben.

In der Sitzung des Akademischen Senates der Technischen Universität Berlin am 26.3.1998 hat der Dekan des Fachbereiches "Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften" vorgeschlagen, die Ausbildung L1 an der Technischen Universität Berlin einzustellen und die Ausbildung L2, L4 und L5 (Amt des Studienrates einer beruflichen Fachrichtung), d.h. in den beruflichen Fachrichtungen und in den Fächern Arbeitslehre, Geschichte, Deutsch, Französisch, Philosophie und Sozialkunde und Mathematik, Physik und Chemie beizubehalten.

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat beschlossen, für die Lehramtsausbildung

14 Professuren

vorzusehen und darüber hinaus die lehrkapazitätsneutrale Umwandlung von sechs Stellen für Akademische Mitarbeiter in drei weitere Professuren freigestellt, so daß folgende Fachgebiete eingerichtet werden können:

FD berufliche Fachrichtungen2 Professuren
FW Arbeitslehre
(Studiengang Haushalt und Studiengang Technik)3 Professuren
FD Arbeitslehre (Bereichsdidaktik)1 Professur    
FD Geschichte und FD Sozialkunde (Bereichsdidaktik)    1 Professur    
FD Deutsch1 Professur    
FD Französisch1 Professur    
FW Sozialkunde2 Professuren
EWI/Sowi (darunter 1 Päd. Psych)5 Professuren
Für Diplom-Aufbaustudiengang Berufspädagogik1 Professur    

Summe:17 Professuren

Der Akademische Senat der Technischen Universität Berlin hat sich dabei von dem Argument leiten lassen, daß einerseits die Ausbildung von Fachlehrern eine wichtige Grundlage zur Erhaltung der gewünschten Angebotsvielfalt in den Geistes- und Naturwissenschaften ist, andererseits die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Ausbildung an der Technischen Universität Berlin angesichts der sich abzeichnenden Knappheit erziehungs- und unterrichtswissenschaftlicher Ausbildungskapazitäten in der Region wohl nur durch ein eigenes Angebot in diesem Bereich gesichert werden kann. Dabei spielen die Bedürfnisse der Lehramtskandidaten nach einem koordinierten Angebot aus einer Hand eine wesentliche Rolle. Gleichzeitig verbindet der Akademische Senat mit dieser Entscheidung die Erwartung, daß die Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften sich stärker auf ihr Umfeld in einer Technischen Universität hin entwickeln, d.h. zur Beseitigung von Defiziten im Hinblick auf technologisches Wissen in den schulischen Curricula ebenso beitragen wie zu effizienteren Formen der Vermittlung technischen Wissens in den Unternehmen und bei den Benutzern technischer Produkte.

Die Professuren für Fachdidaktik werden denjenigen Fakultäten zugeordnet, in denen die zugehörigen fachwissenschaftlichen Professuren angesiedelt sind. Über die Zuordnung der unterrichts- und erziehungswissenschaftlichen Professuren sowie der Professuren für Arbeitslehre und Sozialkunde wird der Akademische Senat ebenso im Wintersemester 1998/99 entscheiden, wie über das Ausstattungsverhältnis von Hochschullehrern zu wissenschaftlichen Mitarbeitern in diesen Fächern.

Die weiteren drei, durch Umwandlung von Stellen für Akademische Mitarbeiter zu definierenden Professuren sind für die Bereiche Sozialkunde (Fachwissenschaft) und Berufspädagogik zu spezifizieren.

Der Studiengang Biologie soll eingestellt werden.




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