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TU Berlin - Hochschulstrukturplan März 1998



         

Vorwort des Präsidenten der Technischen Universität Berlin

Anlaß der hier vorgelegten Ausstattungsplanung für die Technische Universität Berlin sind die dramatischen Haushaltsreduktionen, die der Technischen Universität Berlin wie den anderen Berliner Hochschulen in den vergangenen Jahren auferlegt wurden. Das Ausmaß dieser Haushaltsrestriktionen ist im Eckdaten-Papier der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur vom 31.7.1997 ausführlich dokumentiert. Ihren konkreten Niederschlag fanden diese Kürzungen in dem Vertrag zwischen der Technischen Universität Berlin und dem Land Berlin vom Mai 1997, der die Haushalte der Technischen Universität bis zum Jahr 2000 festschreibt.

Präsidium und Akademischer Senat der Technischen Universität Berlin haben ihrerseits diese dramatische Veränderung der Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung der Technischen Universität Berlin zum Anlaß genommen, im Zusammenhang mit dieser Entwicklungsplanung gleichzeitig eine Gesamtreform der Technischen Universität Berlin einzuleiten. Gegenstand dieser Reform sollen praktisch alle Aktivitäten und Strukturen der Universität sein, also

  • die Organisation und der Stellenwert der Forschung
  • die Studiengänge und Studieninhalte
  • die Mechanismen der Mittelverteilung innerhalb der Universität
  • die Verwaltungsstrukturen der Universität,

um nur die wichtigsten zu nennen.

Dabei muß zunächst bis zu der durch die Hochschulverträge gesetzten Frist (31.3.1998) nur die Ausstattungsplanung und die Anzahl der angebotenen Studienplätze geklärt sein, sowohl als inneruniversitäre Orientierungshilfe für die Wiederbesetzungsstrategie als auch im Außenverhältnis der Technischen Universität Berlin für die Finanzierungsentscheidungen, die der Senat von Berlin im Laufe dieses Jahres für die Periode 2001 ff. fällen muß.

Insofern wird mit diesem Papier nur der erste von mehreren Planungsschritten umgesetzt, die das Präsidium der Technischen Universität Berlin in seiner Planungsunterlage "Strukturelle Veränderungen in der Technischen Universität Berlin 1997/98" Anfang Juli 1997 angekündigt hat. Dieser Schritt umfaßt die Fachbereichsneugliederung und die Fachbereichsausstattung. Die nächsten vier Schritte sind bereits eingeleitet oder werden im Sommersemester 1998 eingeleitet werden:

  • Die Verwaltungsreform an der Technischen Universität Berlin:

    Hier begann am 23.3.1998 ein sich über drei bis vier Monate erstreckendes, durch eine Unternehmensberatung gestütztes Projekt, in dem alle Verwaltungsfunktionen und Arbeitsprozesse daraufhin überprüft werden,

    1. ob sie zukünftig überhaupt noch in der Technischen Universität Berlin stattfinden sollen,
    2. auf welcher Ebene sie am besten wahrgenommen werden und
    3. wieviel Personal mit welchen Qualifikationen für die Wahrnehmung der jeweiligen Aufgabe erforderlich ist.

    Auf der Basis der Analysen und Recherchen dieses Projekts wird dann ein Vorschlag für die Neustrukturierung der Universitätsverwaltung im zentralen und dezentralen Bereich entwickelt.

  • Die Budgetierung:

    Dieses Projekt betrifft die Reform der Mittelverteilung und die Einführung eines Berichtssystems innerhalb der Universität. Angestrebt wird ein System von Leistungsverträgen. Voraussetzung dafür sind Leistungs- und Kostenindikatoren in Forschung und Lehre, an denen bereits seit eineinhalb Jahren u.a. in Zusammenarbeit mit der HIS-GmbH und einem Arbeitskreis mit anderen Technischen Universitäten gearbeitet wird. Inzwischen liegen eine Reihe von Ergebnissen vor, die es gestatten, zu Beginn des Sommersemesters 1998 eine Arbeitsgruppe einzurichten, die ein Konzept im Wintersemester 1998/99 vorlegen soll.

  • Die Studienreform:

    Hier geht es zunächst darum, im Detail zu entscheiden, welche Studien- und Vertiefungsrichtungen bei den Studiengängen, die an der Technischen Universität Berlin weitergeführt werden sollen, auf der Basis der in diesem Papier vorgeschlagenen Ausstattung angeboten werden können. Bei dieser Planung werden allerdings eine ganze Reihe zusätzlicher Kriterien berücksichtigt werden müssen, wie z. B. die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen, die Modularisierung und Umstellung auf Kreditpunktsysteme, die Einführung technikwissenschaftlicher Pflichtteile in geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen bzw. geistes- und sozialwissenschaftlicher Pflichtteile in Technikstudiengängen, verbesserte Formen der Betreuung etc. Hierzu wird das Präsidium im Sommersemester ein Konzept erarbeiten, auf dessen Basis die Fachbereiche ihre Studien- und Prüfungsordnungen überarbeiten können.

  • Die Forschungsschwerpunkte:

    Mit der Einrichtung von Forschungsschwerpunkten verfolgt die Technische Universität Berlin das Ziel, durch gezielte Nutzung und effiziente Bündelung der universitären Potentiale ihr Profil zu schärfen und dynamisch weiterzuentwickeln, ihren Beitrag zu den Schwerpunktfeldern der Berliner Forschungs- und Technologiepolitik sichtbar zu machen und damit ihre wissenschaftliche Reputation zu stärken sowie ihre Drittmittelbilanz weiter zu verbessern. Die Einrichtung solcher fachübergreifender, profilgebender For-schungsschwerpunkte wird deshalb, insbesondere auf der Basis eines herausragenden Forschungskonzeptes hinsichtlich Originalität, wissenschaftlicher Breite und Interdisziplinarität erfolgen, aus dem die Zukunftsfähigkeit im Bereich der Drittmitteleinwerbung, die Aufbaufähigkeit von nationalen und internationalen Netzwerken und die wirtschaftliche Anwendungs- und Umsetzungsfähigkeit hervorgehen sollte. Die Universität wird solche Initiativen durch geeignete Anreizinstrumente unterstützen wie etwa infrastrukturelle Maßnahmen im Forschungsmanagement und Mitwirkungsrechte bei Zuweisungen von neuen Fachgebieten. Diese Forschungsschwerpunkte werden auf Zeit eingerichtet und jeweils nach drei Jahren im Rahmen eines Berichtskolloquiums mit externen Fachgutachtern evaluiert.

    In diesem Sinne existieren an der Technischen Universität Berlin bereits die Forschungsschwerpunkte "TUBKOM (TU Berlin Breitband-Kommunikationsprojekt)", "Prozeßdatenverarbeitung im Prozeßrechnerverbund", "Technologien der Mikroperipherik", "Zentrum Mensch-Maschine-Systeme", "Biotechnologie-Zentrum", "Internationale Geosystemanalyse" und "Technik und Gesellschaft". Im Bereich der "Fluidsystemtechnik", der "Technischen Werkstoffe" sowie der "Architekturforschung und Denkmalpflege" sind solche Forschungsschwerpunkte in Vorbereitung.

    Um auf diesem Feld weiter aktiv sein zu können, wird das Präsidium eine konkretisierende Beschlußvorlage zu Zielen und Kriterien für die Einrichtung und Förderung von Forschungsschwerpunkten, die zu profilbildenden "centers of excellence" führen sollen, im Sommersemester 1998 in den Akademischen Senat einbringen.

    Die in dem vorliegenden Strukturplan getroffenen Verteilungsentscheidungen reflektieren die Diskussion zur Entwicklungsplanung, die in den Gremien der Universität seit Verabschiedung ihres Hochschulentwicklungsplans III im Jahre 1994 geführt wurde. Sie baut insbesondere auf den Entscheidungen auf, die der Akademische Senat der Universität im Juli und Dezember 1997 zur Bildung von künftig acht Fakultäten getroffen hat. Sie definiert für diese neuen Fakultäten einen Ausstattungsrahmen für das Jahr 2000, der den Fachbereichen eine Orientierung für ihre weitere Planung und der Universitätsleitung für die von ihr bis dahin zu treffenden haushaltswirtschaftlichen Entscheidungen gibt.

    Prof. Dr. H.-J. Ewers




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