TU Berlin - Medieninformation Nr. 169 - 8. November 1995

Erinnern als Vermächtnis

Berichte über Verfolgung und Alltag im Nationalsozialismus auf Videokassetten


Die Zeit rückt immer näher, in der die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, die Überlebenden des Holocaust und die Zeugen des Alltags unter NS-Herrschaft nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Erfahrungen und Erinnerungen, beispielsweise in Schulen oder anderen Bildungsstätten, selbst weiterzugeben. Aber es ist gerade ihr authentischer Bericht, der in diesem Zusammenhang wichtig ist. Damit dieser, zumindest annähernd erhalten bleibt, hat Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, eine audiovisuelle Reihe herausgegeben, in der Berichte über Verfolgung und Alltag im Nationalsozialismus festgehalten sind. "Erinnern als Vermächtnis" heißt der Titel der Reihe, die im Metropol Verlag, Berlin erschienen ist und die fünf Videokassetten und fünf Tonkassetten umfaßt.

Anliegen der Reihe ist es, in exemplarischen Lebensläufen wichtige Themen anschaulich zu machen. Jede Folge ist auf einen bestimmten Aspekt konzentriert: die Lebensbedingungen im KZ Auschwitz, die Realität des Holocaust im Vernichtungslager Treblinka, die Solidarität und Hilfe, die ein Kind mit Judenstern genoß, ehe es nach Theresienstadt deportiert wurde, ostjüdischer Alltag in Berlin, jüdischer Widerstand, Flucht vor Hitler und das Leben im Exil.

Dies geschieht darüber hinaus in einer literarischen Qualität, die sich von vielen gängigen Zeitzeugen-Interviews oder Video- und Tonaufzeichnungen abhebt.

Jeder Folge liegt ein literarisch strukturierter, autobiographischer Text zugrunde, der sorgfältig ausgewählt und in Sequenzen gegliedert ist, die den Bedürfnissen pädagogischer Bildungsarbeit entsprechen. Die Kassetten von durchschnittlich 50 Minuten Spieldauer enthalten schriftliches Begleitmaterial mit Erläuterungen als Orientierungshilfen zur jeweiligen Person und zur Einordnung in den historischen Zeitraum.

Die Reihe, oder einzelne Teile daraus ist für die pädagogische Arbeit sehr gut geeignet, aber natürlich nicht weniger interessant für den privaten Gebrauch.

Die ersten drei Videos dieser Reihe werden demnächst öffentlich vorgestellt. Die Vorstellung geschieht im Anschluß einer Diskussion zum Thema "Zeitzeugen und Historiker - Konkurrenz oder Kooperation in der Vermittlung von Vergangenheit", die vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Zusammenarbeit mit dem Metropol-Verlag durchgeführt wird. Wir haben Sie bereits in unserer Medieninformation Nr. 153 vom 17.10.95 auf diese Veranstaltung hingewiesen, in der Zeitzeugen und Historiker dieses Thema diskutieren werden. Passend zu diesem Rahmen wird im Anschluß die audiovisuelle Reihe vorgestellt.

Zeit: am Donnerstag, dem 16. November 1995, 20.00 Uhr (Beginn der Diskussion)

Ort: Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin

Die Videos bzw. Tonkassetten (ca. 50 Min. Länge) können (auch einzeln) bestellt werden beim Metropol Verlag, Kurfürstenstraße 135, 10785 Berlin, Tel.: 030/2618460, Fax: 030/2650518. Die VHS-Videokassette kostet 36,- DM, die Tonkassette kostet 14,- DM pro Exemplar. (Ab 2 Video-Kassetten: 30,-DM pro Ex., ab 2 Tonkassetten: 12,-DM pro Ex.).

Die Titel der Reihe lauten:

Richard Glazar, Flucht aus Treblinka

Ernst Grube, Jüdische Kindheit in München und Theresienstadt

Max Mannheimer, Überleben in Auschwitz

Salomea Genin, Erinnerungen aus dem Scheunenviertel

Eugen Herman-Friede, Als Jude im Widerstand und Untergrund


Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Tel.: 030/38006-154.


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