[TU Berlin] Medieninformation Nr. 81 - 2. Mai 2002 - Bearbeiter/in: ehr
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"Bestien" und "Befehlsempfänger"

NS-Prozesse und ihre öffentliche Resonanz aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive Symposium vom 9. bis zum 11. Mai 2002 in Berlin

Die Geschlechterforschung hat sich in den letzten Jahren zwar mit der Frage beschäftigt, wie Frauen zu Täterinnen im Nationalsozialismus wurden, eine systematische Untersuchung ihres Auftretens in den Gerichtsprozessen der Nachkriegszeit steht aber noch aus. Die mehrheitlich männlichen Angeklagten sind so gut wie noch nie aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive analysiert worden. Das Symposium "Bestien und Befehlsempfänger - NS-Prozesse und ihre öffentliche Resonanz" will dazu einen Anstoß geben. Es wird vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin, dem Institut für Geschichte der TU Darmstadt und der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. vom 9. bis zum 11. Mai 2002 veranstaltet. 

Wir möchten Sie bitten, in Ihrem Medium auf das Symposium hinzuweisen. Das vollständige Programm der Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Internet

Beginn: am Donnerstag, dem 9. Mai 2002, um 15.00 Uhr
Orte: Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung, Hackesche Höfe, Aufgang 1, 5.Etage, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin (9. Mai 2002)
Haus Schwanenwerder / Adam-von-Trott-Haus, Inselstraße 27 - 28, 
14129 Berlin (10. und 11. Mai 2002)


Was wird Männern und was wird Frauen in den Nachkriegsprozessen zur Last gelegt? Warum löst es regelmäßig besonderes Entsetzen aus, wenn Frauen Kapitalverbrechen begehen? Wie kommt es, dass Frauen unterstellt wird, mit besonders sadistischer Grausamkeit zu Werke gehen? Offenbar liegen für Frauen sofort diverse Schreckbilder bereit - die Hexe, die Bestie, die Kokotte oder Femme Fatale. Hat von Männern ausgeübte Grausamkeit die Phantasie weniger beflügelt? Auch die Verteidigungsstrategien der Angeklagten sollen auf Geschlechterbilder hin hinterfragt werden: Warum hielten es so viele Männer für erfolgversprechend, sich als bloße Befehlsempfänger, Bürokraten und "Rädchen im Getriebe" darzustellen? Lassen sich äquivalente Selbststilisierungen bei weiblichen Angeklagten und ihren Verteidigern finden? 

Das Symposium beginnt am 9. Mai 2002 mit einem öffentlichen Teil. Dr. Susanne von Paczensky aus Berkeley, USA wird über "Den Nürnberger Prozeß in seiner sozialen Umgebung" berichten und Prof. Dr. Irmela von der Lühe, Göttingen stellt "Erika Manns Nürnberger Reportagen" vor. Der Abend endet mit dem Film "Zeugin aus der Hölle" und anschließender Diskussion. 

Für den 10. und 11. Mai ist eine Voranmeldung notwendig: Bitte per Brief, Fax oder E-Mail an: Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Michael Stognienko, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin, Fax 030-28534-108, 
Email: stognienko@boell.de, Teilnahmebeitrag (ohne Übernachtung) : 40,- €, ermäßigt 25,- €. 


Weitere Informationen erteilt Ihnen gern Dr. Helga Satziger vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin, Tel.: 030/314-26995, E-Mail: satzing@kgw.tu-berlin.de