TU intern
7-9/2003 als
pdf-Datei
(960 kb)
Nr. 7-9, Juli 2003
 Themenseiten 
Titel
Inhalt
Aktuell
Frauen an der
TU Berlin
Innenansichten
Lehre & Studium
Forschung
Alumni
Internationales
Menschen
Vermischtes
Impressum
TU-Homepage

Afghanistan-Konferenz

Das verwüstete Land will nach oben - Vertrag zwischen TU Berlin und Uni Kabul

Vertragsunterzeichnung: Akbar Popal, Präsident der Uni Kabul, Nasser Zia, Botschafter Afghanistans, Sharif Fayez, Minister für höhere Bildung und TU-Präsident Kurt Kutzler (v.l.n.r.)

"23 Jahre Krieg und Fremdherrschaft sind nicht einfach hinwegzuwischen! Nach wie vor fehlt es in Afghanistan an geschultem Personal, an Ausstattung, vor allem an Kommunikationstechnik, ja sogar an Wasser und Strom." Eine Aussage, die von allen anwesenden Präsidenten afghanischer Universitäten bekräftigt wurde. Im Juni hatten Prof. Dr. Bernd Mahr und Dr. Nazir Peroz vom Zentrum für Internationale und interkulturelle Kommunikation (ZIIK) der TU Berlin zur Konferenz "Fundamente für eine Bildungsstrategie in Afghanistan" an die TU Berlin gebeten. Hochrangige afghanische Regierungsmitglieder, Bildungs- und Infrastrukturpolitiker sowie Präsidenten verschiedener Universitäten, Hochschulen und anderer Wissenschaftseinrichtungen in Kabul, in Herat, Kandahar und Jalalabad waren ihr gefolgt, um von den Zuständen in ihrem Land zu berichten. Sie warben um Verständnis und Unterstützung für den Aufbau einer friedlichen Zivilgesellschaft. Die Tagung war in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Informatik (GI) in Bonn, dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst und der Heinrich Böll Stiftung in Berlin entstanden, die sich bereits seit längerem mit diesem Problem befassen.

Ein besonderer Erfolg, über den sich insbesondere Prof. Dr. Sharif Fayez, Minister für höhere Bildung in Afghanistan, und Prof. Dr. Akbar Popal, Präsident der Universität Kabul, sehr freuten: Es wurde ein Vertrag zwischen der TU Berlin und der Universität Kabul unterzeichnet, der eine wissenschaftliche Kooperation festklopfte. "Künftig werden sowohl Wissenschaftler als auch Studierende ausgetauscht; es wird Workshops, Tagungen und Konferenzen geben, um Strategien zum Bildungsaufbau in Afghanistan zu planen", freut sich Nazir Peroz, Leiter des ZIIK und selbst gebürtiger Afghane. Im vergangenen Jahr wurde er vom afghanischen Bildungsminister zum europäischen Koordinator für das Hilfenetzwerk zum Wiederaufbau ernannt. Mit Studierenden war er nach Beendigung des Krieges schon mehrmals persönlich in Afghanistan, um ein Informationstechnologie-Projekt zum Anschluss der Universitäten an die wissenschaftliche Internet-Gemeinde anzuschieben. Auch TU-Präsidialamtsleiter Thomas Kathöfer und Professor Bernd Mahr haben sich bereits vor Ort ein Bild gemacht.

Thema der Konferenz war ebenfalls der Aufbau von Bildung in den Schulen, da die für die Schule zuständigen Minister beziehungsweise stellvertretenden Minister anwesend waren und eindrücklich berichten konnten, unter welchen bejammernswerten Umständen die schulische Ausbildung der Jugend derzeit stattfinden muss. Die Ehrengäste Prof. Dr. Joseph Weizenbaum vom Massachusetts Institute of Technology, M. I. T., sowie die ehemalige TU-Professorin Dr. Barbara Schaeffer-Hegel verliehen der Konferenz mit ihrer Anwesenheit besonderen Glanz.

pp

© TU-Pressestelle 7-9/2003 | TU intern | Impressum | Leserbriefe