12/05
Dezember 2005
TU intern
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Heiße Diskussion um Kalte Fusion

In einem Artikel der letzten Ausgabe berichtet TU intern über die Ergebnisse der Untersuchungen einer Arbeitsgruppe zum bislang unbewiesenen Phänomen der so genannten "Kalten Fusion". Das hat in der Fakultät II, Mathematik und Naturwissenschaften, Diskussionen ausgelöst, die in einer "Klarstellung" und einer "Richtigstellung" mündeten. Wir drucken diese Stellungnahmen ab.

Klarstellung: In der Ausgabe November 2005 der TU intern hat ein auf den Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters meiner Arbeitsgruppe Dr. Armin Huke basierender Artikel mit der irreführenden Überschrift "Zwingendste Beweise für die Kalte Fusion" - sicherlich unbeabsichtigt - den falschen Eindruck erweckt, dass der derzeitige Kenntnisstand auf eine baldige Energiegewinnung aus Fusionsreaktionen bei Zimmertemperatur hinweisen würde und sich der Bau eines Heißen Fusionsreaktors womöglich erübrigen könnte.

Die Arbeitsgruppe Kernphysik hat mit Beschleunigerexperimenten zur Untersuchung astrophysikalisch relevanter Kernreaktionen gezeigt, dass die mit dem Begriff "Kalte Fusion" belegten Reaktionsraten bei Zimmertemperatur nicht im Widerspruch zu kernphysikalischen Erkenntnissen stehen. Dabei spielt die erstmals gemessene abschirmende Wirkung der Elektronen auf die Deuteron-Deuteron-Fusionswahrscheinlichkeit in Metallen eine entscheidende Rolle.

Aus diesen Arbeiten ergeben sich empirisch gerechtfertigte Ansätze, die Thematik wissenschaftlich weiterzuverfolgen. Von einer Lösung des Energieproblems etwa in Gestalt des Baus von Kompaktgeneratoren kann man allerdings sicher noch lange nicht sprechen. Da ist die Vision eines jungen Wissenschaftlers über das Ziel hinausgeschossen.

Prof. Dr. Peter Heide,
Institut für Atomare Physik und Fachdidaktik


In dem TU intern-Artikel "Zwingendste Beweise für die Kalte Fusion" vom November 2005 wird berichtet, dass die Arbeitsgruppe Kernphysik am Institut für Atomare Physik und Fachdidaktik "erste experimentelle Belege für die ,Wunder der Kalten Fusion'" gefunden hat.

Richtigstellung:

  1. Das Fachgebiet Kernphysik ist an der Fak. II nicht mehr durch eine hauptamtliche Professur vertreten.
  2. Der Prozess der Kalten Fusion, so wie Ende der 80er-Jahre diskutiert, konnte bis heute nicht nachgewiesen werden.
  3. Experimentelle Belege für eine Kalte Fusion wurden auch an der TU Berlin nicht gefunden.
  4. Es gibt kein "umfassendes Forschungsprogramm" zur Kalten Fusion an der TU Berlin.

Prof. Dr. Andreas Knorr, Sprecher Physik,
Prof. Dr. Christian Thomsen, Dekan der Fakultät II

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