2-3/05
Februar-März 2005
 
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Nichts ist wie es scheint

Zwei neue DFG-Forschergruppen an der TU Berlin zu Bodenkunde und Mathematik

Beim Ausbringen von Gülle gelangen Rückstände von Tierarzneimitteln in den Boden
Foto: Otto Ehrmann

Gleich zwei der sechs Forschergruppen, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Januar 2005 bewilligte, wurden an die TU Berlin vergeben. Mathematiker beschäftigen sich in der Gruppe "Polyedrische Flächen: Geometrie und Kombinatorik" mit Flächen, die nur scheinbar glatt sind. Die Gruppe "Veterinary Medicines in Soils: Basic Research for Risk Analysis" untersucht den Verbleib von Tierarzneimitteln in Böden. Die DFG richtet Forschergruppen ein, um die Kooperation herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei innovativen Forschungsvorhaben zu fördern.

Neuer Theorie auf der Spur

Die elegantesten Kühlerhauben von Edelkarossen und die glänzendsten Oberflächen aus Hollywood-Produktionen entstehen heutzutage in den Computern der Mathematiker. Wenn ein Mathematiker eine glatte Fläche in den Computer bringen will, dann setzt er sie aus einer begrenzten Anzahl von Ecken, Kanten und Flächenstücken zusammen. Eine solche polyedrische Fläche ist jedoch nur anscheinend glatt. Sie hat, wenn man genau hinschaut, Ecken und Kanten. Grundlegende Fragen der Theorie der polyedrischen Fläche sind noch ungeklärt. TU-Mathematiker mischen dabei an vorderster Front mit. Seit dem 1. Februar auch im Rahmen der neuen Forschergruppe, die von Prof. Dr. Alexander Bobenko geleitet wird.

Risikofaktor Tierarzneimittel?

Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist in der Landwirtschaft keine Seltenheit. Über den Wirtschaftsdünger gelangen die Mittel allerdings in die Böden, zum Beispiel über Schweinegülle. Unklar sind die Folgen für die Umwelt. Die neue Forschergruppe "Veterinary Medicines in Soils: Basic Research for Risk Analysis" unter Leitung von Prof. Dr. Martin Kaupenjohann, Fachgebiet Bodenkunde, will klären, wie Tierarzneimittel unter dem Einfluss von Wirtschaftsdüngern im Boden wirken, wie sie abgebaut werden und welche spezifischen Effekte es auf Bodenorganismen gibt. Dabei soll unter anderem herausgefunden werden, ob die Organismen mit der Zeit resistent gegen Tierarzneimittel werden und ob die Resistenz übertragen wird, auch auf für Menschen gefährliche Mikroorganismen.

cho

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