1/07
Januar 2007
TU intern
1/2007 als
pdf-Datei
(1,5 MB)
 Themenseiten 
Titel
Inhalt
Aktuell
Geistes-
wissenschaften
Innenansichten
Lehre & Studium
Forschung
Alumni
Internationales
Menschen
Wahlen an der
TU Berlin
Tipps & Termine
Vermischtes
Impressum
TU-Homepage

Schule von Hand gemacht

Architektenteam für Schulbau in Bangladesch ausgezeichnet

Beim Bau halfen sowohl Schüler als auch Tagelöhner aus der Umgebung. Sie bauten mit regionalem Material und nach regionalen Traditionen
© Architekten Heringer/Roswag

Die eigene Schule bauen: Für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer in Bangladesch wurde diese Idee Wirklichkeit. Ende Dezember 2005 stellten die Architekten Anna Heringer und Eike Roswag dort ein Schulgebäude aus Lehm und Bambus fertig. Ein Jahr später erhielten sie dafür im Royal Institute of British Architects (RIBA) den "AR Award for Emerging Architecture", der von der Architekturzeitschrift Architectural Review international ausgelobt wird.

Mehr als 460 Teilnehmer aus 53 Ländern hatten sich beworben. Eike Roswag studierte bei TU-Professor Kees Christianse und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am TU-Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen.

"School handmade in Bangladesh" heißt das Projekt. "Wir nutzten die traditionellen lokalen Materialien Bambus und Lehm ebenso wie die lokalen Bautraditionen, die wir vorsichtig weiterentwickelt und gemeinsam mit den Handwerkern vor Ort in einem experimentellen Bauprozess praktiziert haben", erzählt Eike Roswag. Erprobt und ingenieurtechnisch nachgewiesen wurde die Konstruktion von Architekten und Ingenieuren der Bürogemeinschaft Ziegert-Roswag-Seiler, die sich aus ehemaligen Studierenden des Praxisprojekts "Studenten bauen in Mexiko" der TU Berlin zusammensetzt.

Die Schule, für die die Kinder und Lehrer Strohwickel für sämtliche Tür- und Fensterstürze herstellten, besitzt im Erdgeschoss mit dicken massiven Lehmwänden drei Klassenräume. Runde Schlupflöcher mit Höhlenräumen laden zum Begreifen, Anschmiegen, Zurückziehen ein. Das leichte und offene Obergeschoss ist aus Bambus, bietet Weitblick über Baumwipfel und über den Dorfteich sowie sogar einen Freisitz, der in die Baumreihen hinausragt. Auf den Türtafeln verewigen sich die Schülerinnen und Schüler mit bengalischen Namensinschriften - eine sich jährlich erweiternde Schulchronik. Architekt Eike Roswag sieht die Arbeit des Teams bestätigt: "Der Preis zeigt den Bedarf an Architektur in Form gebauter Kultur und an verantwortungsbewusstem Umgang mit lokalen Ressourcen."

Patricia Pätzold

www.meti-school.de

 

© TU-Pressestelle 1/2007 | TU intern | Impressum | Leserbriefe