Schweizer Wissenschaftspreis

Noch bevor der Informatiker Peter Geibel von der TU Berlin seine Dissertation abgeschlossen hat, bekommt er für seine wissenschaftlichen Arbeiten bereits einen Preis. Ausgezeichnet wird er mit dem Wissenschaftspreis der Schweizer Chorafas-Stiftung, der mit 4000 US-Dollar dotiert ist.

Peter Geibel
Peter Geibel beschäftigt sich in seiner Dissertation, die er bei Prof. Dr. Fritz Wysotzki am Fachbereich Informatik anfertigt, mit dem Maschinellen Lernen, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, bei dem es beispielsweise darum geht, nützliche Gesetzmäßigkeiten in Datenbanken zu finden. Er untersucht dabei Lernverfahren, die in der Lage sind, etwa in einer Datenbank krebserzeugender chemischer Substanzen automatisch und ohne chemische Experimente diejenigen Teilstrukturen zu erkennen, die für die Karzinogenität einer Substanz verantwortlich sind. Anwendungen finden diese Lernalgorithmen aber auch in der Analyse von sozialen Strukturen in psychotherapeutischen Gesprächsgruppen und in vielen ingenieurwissenschaftlichen Bereichen.

Der 1966 in Püttlingen (Saar) geborene Peter Geibel studierte an der Universität Karlsruhe Informatik und kam 1992 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Stefan Jähnichen an den Fachbereich Informatik der TU Berlin; seit 1994 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe "Künstliche Intelligenz" von Prof. Dr. Fritz Wysotzki.

Mit vier unterschiedlichen Preiskategorien fördert die Chorafas-Stiftung hervorragende Doktoranden, deren Forschungsarbeit interdisziplinären Charakter hat und humanitären Zwecken dient. Die Jury setzt sich aus Vertretern der Schweizer Akademien der Wissenschaften zusammen. Namensvater der Stiftung ist der 1926 in Athen geborene Professor Dimitris N. Chorafas. Der studierte Elektroingenieur und promovierte Mathematiker lehrte an zahlreichen internationalen Hochschulen und gründete 1961 ein eigenes Consulting-Büro.

bw


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