Was kostet ein Student?

Anschaulicher als Dieter E. Zimmer in der ZEIT (16. 8. 1996, "Fauler Zahlenzauber") kann man den Einstieg in die Thematik gar nicht formulieren, deswegen sei er hier noch einmal wiedergegeben:
"Wieso, fragte die FAZ pikiert, wieso kostet ein Studienplatz in Berlin 21 470 Mark, in Nordrhein-Westfalen aber nur 11 630? Unterton: Es werde höchste Zeit, daß Berlin dieser Verschwendung einen Riegel vorschiebt. Ja, warum nur kostet in Berlin der Studienplatz fast das Doppelte? Die Antwort ist enttäuschend. Sie lautet vermutlich: Weil jemand falsch gerechnet hat und alle dann voneinander abschreiben. (...)"

Ja, so etwa ist es wohl, denn für die TU Berlin können wir folgendes richtigstellen: Die Ausgabe pro Student/in belief sich in 1995 auf einen Betrag von 12 840,- DM. Errechnet haben es die Kanzler der drei Berliner Universitäten und der Hochschule der Künste nach einem einheitlichen Muster auf der Grundlage der Jahresrechnung 1995.

Die Kosten pro Student/in an der TU Berlin liegen damit gerade mal um 1,02 Prozent (!) höher als der Bundesdurchnitt mit DM 12 528,-. Und berücksichtigt man dabei noch, daß die Zahl für den Bundesdurchschnitt bereits 1992 vom Statistischen Bundesamt als Kosten pro Student im früheren Bundesgebiet ausgewiesen werden, so dürfte die Zahl für den Bundesdurchschnitt im Jahr 1995 sogar höher liegen, nämlich etwa um 9% höher.

Fazit: Im Berliner Haushaltsstrukturgesetz wird dezidiert gefordert, die Kosten an den Berliner Universitäten pro Student/in auf das Bundesniveau zurückzufahren. Die Technische Universität Berlin greift das dankbar auf, denn das müßte ja bedeuten, daß sie in Zukunft pro Student/in mehr Geld erhält, um endlich den Bundesdurchschnitt zu erreichen.

Kristina R. Zerges


7/'96 TU-Pressestelle