FLUCHT AUS FRANKREICH /rs/ Eines der eher unbekannten Kapitel der nationalsozialistischen Verfolgung ist die Flucht von maßgeblichen Mitgliedern des SPD-Parteivorstandes aus dem besetzten Frankreich im Jahr 1940. Wie die Flucht der kleinen Gruppe und ihrer Familien vor sich ging, beschreibt Marianne Loring, die damals 16jährige Tochter eines der SPD-Mitglieder, in dem Buch "Flucht aus Frankreich 1940. Die Vertreibung deutscher Sozialdemokraten aus dem Exil." Im Verlagstext heißt es: "Dieser Bericht ... ist in seiner Authentizität eine Quelle von hohem Rang, ... Das Buch ist in mancher Hinsicht mit dem Tagebuch der fast gleichaltrigen Anne Frank vergleichbar." Das Buch ist im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen und wurde herausgegeben von Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. 153 Seiten, 16,90 DM.

FEINDBILD UND VORURTEIL /rs/ Vorurteile im privaten Alltag und im öffentlichen Leben sind das Thema des Buches "Feindbild und Vorurteil. Beiträge über Ausgrenzung und Verfolgung" von Professor Wolfgang Benz, dem Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. In neun Beiträgen beschreibt er unterschiedliche Erscheinungsformen von Vorurteilen in Vergangenheit und Gegenwart, wie sie sich zu Feindbildern verdichten und schließlich zu direkten Feindseligkeiten führen. Unter anderem schreibt er über die "Geschichte mörderischer Begriffe", "Die Bundesrepublik im Kalten Krieg" und über "Das Lager Marzahn: Nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma und ihre anhaltende Diskriminierung". Das Buch ist im deutschen taschenbuch verlag erschienen, hat 219 Seiten und kostet 24,90 DM.

GESCHLECHTERVERHÄLTNIS /rs/ Seit Januar diesen Jahres existiert an der TU Berlin der Arbeitskreis "Geschlechterverhältnis und Technik". Der Arbeitskreis ist interdisziplinär besetzt und bearbeitet Fragen des Verhältnisses von Frauen und Männern zur und in der Technik. Seine Themen: Frauen- und Männerbilder in der Technik, Situation von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen und Studiengängen, Entwürfe einer alternativen Technikentwicklung. Der Arbeitskreis richtet sich an Hochschullehrer/innen, Angestellte des Mittelbaus und fortgeschrittene Studierende aller Fachbereiche. Organisiert wird die Veranstaltung vom Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin. Termin: jeder erster Montag im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Hardenbergstraße 4-5, Raum HAD 415. Kontakt: Dr. Sabine Collmer, Tel. 314-2 59 16 oder ZTG-Sekretariat, Tel. 314-2 36 65.

GEPFLEGTE GESPRÄCHE /rs/ Die Abkürzung BANA steht für den Studiengang "Berliner Modell für nachberufliche Arbeitsbereiche". Einige der Studierenden, die sich dort mit dem Themenschwerpunkt "Stadt und Kommunikation" befassen, haben jetzt ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: den "BANA-Salon". Das Ziel der Salon-Gründer/innen: "Wir möchten anknüpfen an die gute Tradition der ,Salons', die einen Raum für kritische und gepflegte Gespräche boten." Der Salon findet jeden 2. Donnerstag im Monat um 17.00 Uhr im Café Campus auf dem TU-Nordgelände statt und widmet sich unterschiedlichen Themen: "Aus dem Leben einer Souffleuse" (14. 11.), "Ist es Humor, wenn man trotzdem lacht?" (12. 12.), "Wohin mit der Gentechnologie?" (9. 1. 97) und Alternatives Wohnen im Alter (13. 2.). BANA-Abschlußarbeiten werden am 13. 3. vorgestellt. Dem allgemeinen Kennenlernen und Kommunizieren bei Kaffee und Kuchen ist außerdem ein "K.K.K."-Termine am 10. 4. 97 gewidmet. Weitere Infos: Sabine Gieschler, Tel. 312 71 31.

PAK-HALTIGE BÖDEN UND ABWÄSSER /rs/ Böden und Abwässer in unserer Umwelt sind oft mit Schadstoffen belastet oder gar vergiftet. Eine Gruppe von besonders gefährlichen Schadstoffen sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), zu denen beispielsweise Benzpyrene oder Naphtalin gehören. Wie PAK-haltige Böden und Abwässer gereinigt werden können, darum geht es am 18. und 19. November 1996 an der TU Berlin auf dem Kolloquium "Biologische und chemische Behandlung von PAK-haltigen Böden und Abwässern". Veranstaltet wird es vom Sonderforschungsbereich (Sfb) 193 "Biologische Behandlung industrieller und gewerblicher Gewässer", der an der TU Berlin angesiedelt ist. Eingeladen sind Vertreter aus Forschung, Industrie und Behörden.

ERFINDER-POOL IM INTERNET /rs/ Der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) hat im World Wide Web einen "Erfinder-Pool" eingerichtet. Dahinter verbirgt sich eine kleine Datenbank, in der sich Erfinder per E-Mail mit ihren Ideen eintragen können. Interessierte Unternehmen sollen hier neue Produktideen finden und sie eventuell zur Marktreife führen. Mitte September waren rund zwanzig Einträge zu lesen. Die URL lautet http://www.vde.de/vde/html/ d/pool.htm

WASSER DER WÜSTE /rs/ Bereits annähernd 160000 Besucher und Besucherinnen haben die Ausstellung "Wasser der Wüste" gesehen und dadurch die Ergebnisse des mittlerweile ausgelaufenen DFG-Sonderforschungsbereichs 69 "Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten" kennengelernt. Das teilte der ehemalige Sfb-Sprecher, TU-Professor Eberhard Klitzsch mit. Der an der TU Berlin angesiedelte Sonderforschungsbereich hatte sich 15 Jahre lang mit geowissenschaftlichen Fragen in Nordost-Afrika beschäftigt und zeigt seit dem vergangenen Jahr eine Ausstellung über seine Forschungsergebnisse. Die Ausstellung war bereits in Bonn, an der TU Berlin, in Frankfurt/Main, in Halle und in Jena zu sehen. Im Oktober geht die Ausstellung nach München und danach voraussichtlich nach Wien. Eine englische und eine französische Fassung sind in Vorbereitung und sollen in den nächsten Jahren in jeweils sechs Ländern in Afrika, dem Nahen Osten und später vielleicht auch in den USA und Australien ausgestellt werden.

SKULPTURENGÄRTEN UND RIESELFELDER /rs/ Zwei sehr unterschiedliche Themen behandeln die Neuerscheinungen in der Schriftenreihe "Landschaftsentwicklung und Umweltforschung", die am Fachbereich 7 Umwelt und Gesellschaft herausgegeben wird. Die Nr. 101 der Schriftenreihe sammelt die Beiträge zur Tagung "Rieselfelder in Berlin und Brandenburg", auf der es im Oktober 1995 um Bodenbelastung durch Schadstoffe und Bodenveränderungen ging. Von "Skulpturengärten der Moderne. Die Rückkehr der Kunst in den Gärten" handelt dagegen der Band Nr. 102, der von Nina Rutschmann verfaßt wurde. Darin geht es um Landschaftsbereiche mit einer Verbindung zu einem Gebäude, in denen Skulpturen ausgestellt werden, und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Landschaftsarchitektur. Verkauf: im TU-Gebäude FRA-B, Franklinstr. 15 (Hof).


7/'96 TU-Pressestelle