TU intern - Dezember 1997 - Menschen

Petrinetze und Theaterszene

Wissenschaftsverwaltung verleiht Tiburtius-Preis '97

Einmal im Jahr vergibt die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur den Tiburtius-Preis, der an den früheren Senator für Volksbildung, Prof. Dr. Joachim Tiburtius, erinnert. Drei Preise und drei Anerkennungspreise werden an Doktoranden der Berliner Hochschulen für hervorragende Dissertationen und drei Preise an Berliner Fachhochschulabsolventen für herausragende Diplomarbeiten vergeben. Die TU Berlin war in diesem Jahr mit den Nachwuchswissenschaftlerinnen Julia Padberg und Christiane Schlote vertreten. Sie erhielten jeweils einen Anerkennungspreis.

Informatikerin
Julia Padberg

Dr. Julia Padberg schrieb ihre Dissertation bei Professor Hartmut Ehrig am Institut für Kommunikations- und Softwaretechnik der TU Berlin. Darin entwickelte sie ein Konzept von sogenannten "Abstract Petri Nets". Ihr Konzept erlaubt eine einheitliche Darstellung, Klassifikation und Theorie von verschiedenen Typen von Petrinetzen. Petrinetze sind Graphiken, die mathematische Vorgänge wiedergeben. Für die Hardware- und Softwareindustrie sind Petrinetze für die Softwareentwicklung von wachsendem Interesse, da sie die Korrektheit komplexer Systeme und ihre Anpassungsfähigkeit an veränderte Anforderungen gewährleisten.

Die 1965 in Münster geborene Julia Padberg studierte nach einer Ausbildung zur Mathematisch-Technischen Assistentin von 1987 bis 1992 Informatik an der TU Berlin und schloß im Februar 1996 ihre Promotion ab. Sie arbeitet derzeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der DFG-Forschergruppe "Angewandte Petrinetztechnologie" an der TU Berlin. Ihre Arbeit über Petrinetze wurde bereits 1996 als beste Dissertation am TU-Institut für Kommunikations- und Softwaretechnik mit dem IKV-Preis des Informations- und Kommunikationstechnologie Verbunds e. V. ausgezeichnet.

Theaterfan
Christiane Schlote

Die Dissertation von Dr. Christiane Schlote bietet erstmalig einen öberblick über das moderne latino- und asiatisch-amerikanische Theater in New York City von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. Die Arbeit entstand bei Prof. Dr. Armin Geraths am Institut für Englische und Amerikanische Literaturwissenschaft. In ihrer Studie geht es Christiane Schlote einerseits um die Einordnung der Theaterszene in ihren historischen und sozio-ökonomischen Kontext und den Einfluß, den sie auf das traditionelle anglo-amerikanische Theater ausübt, andererseits aber auch um die eigenen Erfahrungen der latino- und asiatisch-amerikanischen Theaterschaffenden als ethnische Gruppe in den USA.

Christiane Schlote, geboren 1965 im nordhessischen Witzhausen, studierte 1986 bis 1992 Amerikanistik, Publizistik und Ethnologie an der FU Berlin. Zahlreiche Aufenthalte in den USA zeichnen ihren Lebensweg: am Palm Beach Atlantic College, an der Wake Forest University, der New York University, der Harvard University sowie der Columbia University. Im August 1996 schloß Christiane Schlote ihre Promotion an der TU Berlin ab, seitdem arbeitet sie als Journalistin in Berlin.

cho


12/'97 TU-Pressestelle [ ]