TU intern - Juli 1998 - Medien

uniRadio Berlin-Brandenburg bleibt weiterhin auf Sendung

Ansinnen des Rechnungshofes auf Sendeschluß zurückgewiesen

uniRadio gibt Studierenden nicht nur eine journalistische Ausbildung, sie lernen auch Teamfähigkeit, Managementwissen und andere Qualifikationen, die Wirtschaft und Gesellschaft heute fordern
Auch im Jahr 1999 bleibt das uniRadio Berlin Brandenburg e. V. auf Sendung. Dies wurde kürzlich auf einer Mitgliederversammlung der Mitgliedshochschulen von uniRadio beschlossen. Allerdings werden nicht mehr alle Berliner Hochschulen Mitglied bei uniRadio sein. Mit dabei sind nach wie vor die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Berlin, die Hochschule der Künste, die Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, die Europäische Wirtschaftshochschule (EAP), die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege und die Universität Potsdam.

Mit dieser Entscheidung sind die genannten Hochschulen nicht der Aufforderung des Rechnungshofes nachgekommen, die Mitgliedschaft bis Ende Juni 1998 zu kündigen. Der Kündigungstermin für das Jahr 1999 wäre Ende Juni 1998 gewesen. Nicht betroffen von dem Anliegen des Rechnungshofes ist die Universität Potsdam.

Der Rechnungshof war in seinem Schreiben irrtümlicherweise von der Annahme ausgegangen, daß mit dem uniRadio vor allem Studierende geworben werden sollen. Dies ist nicht der Fall, betonten die Mitgliedshochschulen, denn mit dem Betrieb von uniRadio erfüllen die Hochschulen die gesetzliche Forderung, die Öffentlichkeit über die Erfüllung ihrer Aufgaben zu informieren (vgl. Hochschulrahmengesetz, §2, Abs. 8).

Mit dem uniRadio wird, so der Tenor in der Debatte unter den Mitgliedshochschulen, eine breite Öffentlichkeit über Lehre, Studium, Forschung und Verwaltung informiert. Über diesen gesetzlichen Auftrag hinaus ist das uniRadio aber auch eine Ausbildungsstätte, in der künftige Absolventen und Absolventinnen - neben einer journalistischen Ausbildung - jene praktischen Qualifikationen erlernen können, die von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft heute verstärkt gefordert werden: Kommunikations- und Teamfähigkeit, Managementwissen und interdisziplinäres Denken und Arbeiten. Die Evaluierung der Arbeit von uniRadio, das seit 2 Jahren auf Sendung ist, fällt unter diesen Gesichtspunkten auch positiv aus. Die zukünftige Aufgabe wird vor allem darin liegen, den Bekanntheitsgrad von uniRadio zu erhöhen und damit auch die Hörerschaft. Im Herbst 1998 wird es zu einer ersten Anhörung bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg im Zusammenhang mit dem Antrag auf Sendezeiterweiterung des uniRadios kommen (beantragt 6 Stunden täglich, jetzt 1 Stunde täglich von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr auf UKW 87,9).

Betont wurde in der Diskussion auch, daß das Campus- bzw. uniRadio - mittlerweile gibt es 40 an der Zahl im gesamten Bundesgebiet - ein wichtiger Faktor im überregionalen Wettbewerb der Hochschulen geworden ist. Es wäre fatal, wenn sich die Berliner Hochschulen, noch dazu in der Hauptstadt, aus dieser Entwicklung ausklinken und damit eine wesentliche Stimme im Wettbewerb verlieren würden. Ein Blick nach den USA zeigt, daß fast jede Universität ein eigenes Campusradio, und nicht nur das, sondern auch ein eigenes Campusfernsehen hat. Auch hier gibt es inzwischen in Deutschland Initiativen (Universität Heidelberg u. a.), das Fernsehen für die Vermittlung der Forschungsleistungen der Hochschulen an die breite Öffentlichkeit zu nutzen. Berlin ist, so die Meinung der Mitgliedshochschulen, bei diesen Entwicklungen bedauerlicherweise eher Nachzügler, denn Motor.

In den nächsten zwei Monaten soll, da durch die Kündigung der Mitgliedschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, der Fachhochschule für Wirtschaft, der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, der Hochschule für Musik Hanns Eisler und der Evangelischen Fachhochschule sich der finanzielle Rahmen für das uniRadio erheblich verändert, ein neues Konzept für die Organisation, die Struktur und die Finanzierung erarbeitet werden. Parallel hierzu wird eine PR-Kampagne für das uniRadio ausgearbeitet, die zu Beginn des Wintersemesters starten soll.

Kristina R. Zerges


© 7/'98 TU-Pressestelle