TU intern - Februar 1999 - Menschen

TU-Mathematiker Ansgar Jüngel erhält Gerhard-Hess-Förderpreis

PD Dr. Ansgar Jüngel (32), Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Mathematik der TU Berlin, hat den Gerhard-Hess-Förderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für herausragend qualifizierte Nachwuchswissenschaftler bekommen. In den kommenden zwei, bei einer Verlängerung sogar in den kommenden fünf Jahren, erhält Ansgar Jüngel nun bis zu 200000 DM Fördermittel jährlich. Das Preisgeld soll jungen Forschern helfen, eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen und ihre Forschung auf längere Sicht zu planen. Voraussetzung für Bewerber ist die Habilitation oder entsprechende wissenschaftliche Leistungen. Bei der Antragstellung dürfen die Bewerber nicht älter als 33 Jahre alt sein und müssen ihren Lebensunterhalt über eine Stelle oder ein Stipendium finanzieren. Der Förderpreis des Gerhard-Hess-Programms, benannt nach dem Romanisten und ehemaligen DFG-Präsidenten, wird seit 1987 jährlich vergeben.

Ansgar Jüngels Forschungsgebiet ist die Halbleiteranalysis. In diesem Gebiet werden ständig neue Gleichungen aufgestellt und überprüft. Dabei geht es darum, physikalische Effekte an bekannten Modellen besser zu modellieren. Ansgar Jüngel will verschiedene makroskopische Modelle für den Ladungstransport in Halbleitern und Plasmen mathematisch untersuchen: Dazu gehören das qualitative Verhalten der Lösungen von nichtlinearen Halbleiter- und Plasmamodellen mit thermischen Effekten und die Simulation von modernen Halbleiter- und Plasmabauteilen.

Der 1966 in Berlin geborene Ansgar Jüngel studierte von 1985 bis 1991 im Hauptfach Mathematik (Diplom sowie Lehramt) und in den Nebenfächern Physik und Informatik. Für sein überdurchschnittlich schnelles und gut abgeschlossenes Studium erhielt er 1992 den Erwin-Stephan-Preis der TU Berlin. Von 1991 bis 1996 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Mathematik der TU Berlin. In dieser Zeit promovierte Ansgar Jüngel zum Thema ”A Drift Diffusion Model for Semiconductors with Nonlinear Diffusion: Analysis and Numerical Approximation”. Nach einer anderthalbjährigen Tätigkeit an der Universität Rostock kehrte er an die TU Berlin zurück und habilitierte sich Ende 1997 zum Thema ”Quasi-hydrodynamic Semiconductor Equations”. Im vergangenen Jahr weilte er für zwei Monate als Visiting Assistent Professor am Department of Mathematics an der University of Texas in Austin/USA.

cho


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