Forschung Aktuell

 Wissenschaftsdienst
Jg. 2, Nr. 2, Mai 2001

TU Berlin Wissenschaftsdienst der TU Berlin
Ausgabe Jg. 2 / Nr. 2 / Mai 2001

Kanada-Studien an der TU Berlin
Wissenschaft im Zeichen des Ahornblattes

In Verbindung mit der zweijährigen Präsidentschaft von PD Dr. Elke Nowak ist seit Anfang April 2001 die Gesellschaft für Kanada-Studien e.V. am Institut für Sprache und Kommunikation, Abteilung Allgemeine Linguistik, der TU Berlin angesiedelt. Die Gesellschaft für Kanada-Studien e.V. (GKS) ist eine gemeinnützige Vereinigung mit dem Ziel, wissenschaftlich orientierte Kanada-Studien zu fördern, die multidisziplinäre Kanadistik in Forschung und Lehre zu unterstützen und zur Vertiefung der wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Kanada und den deutschsprachigen Ländern beizutragen.

Erst seit wenigen Jahrzehnten gibt es, in Kanada wie im Ausland, Kanada-Studien, die interdisziplinäre Forschung und Lehre über kanadische Themen und über das Land fördern. Seit Mitte der 70er Jahre etablierten sich an deutschen Universitäten erste Schwerpunkte kanadistischer Forschung. Als Folge des 1975 zwischen Kanada und Deutschland geschlossenen bilateralen Kulturabkommens wurde die Einführung interdisziplinärer Kanada-Studien durch vielfältige Programme der kanadischen Regierung unterstützt und das Interesse am Fachgebiet stieg stetig. Regelmäßige Lehrveranstaltungen, interdisziplinäre Ringvorlesungen, Symposien und Kolloquien sind seit Beginn der 80er Jahre fester Bestandteil des Lehrangebots vieler deutscher, österreichischer und schweizerischer Universitäten.

Im Zuge dieser Entwicklungen wurde 1980 die Gesellschaft für Kanada-Studien e.V. gegründet, die mittlerweile auf mehr als 650 Mitglieder - überwiegend Hochschullehrer - angewachsen ist. Die GKS ist die zweitgrößte Gesellschaft für Kanada-Studien außerhalb Kanadas.

Die Aktivitäten der GKS umfassen u.a. die halbjährliche Publikation der Zeitschrift für Kanada-Studien, die Herausgabe einer wissenschaftlichen Reihe von Monographien (Schriftenreihe für Kanada-Studien) sowie eines Mitteilungsheftes, in dem über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Kanadistik berichtet wird. Die Ausrichtung bzw. Unterstützung von Fachtagungen, Symposien und interdisziplinären Fortbildungsseminaren bildet einen weiteren Schwerpunkt, wobei auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besonderes Gewicht gelegt wird. So bietet die Gesellschaft Studierenden nicht nur die Möglichkeit, auf diversen Konferenzen ihre Arbeiten vorzustellen, sondern vergibt auch Stipendien und Förderpreise. Zu den Aufgaben der GKS gehören des weiteren die Organisation und Koordination von Vortragsreisen kanadischer Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler in deutschsprachige Länder. Zahlreiche Universitäten haben inzwischen unter Mitwirkung der Gesellschaft Gastprofessuren eingerichtet.

Die vielfältigen Aktivitäten werden in internationaler Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften für Kanada-Studien und dem International Council for Canadian Studies (ICCS) wahrgenommen. Vor allem in den letzten Jahren stand dabei der Auf- und Ausbau der Kanada-Studien in den neuen Bundesländern sowie die Pflege enger Beziehungen zur Kanadistik in Zentraleuropa im Mittelpunkt. In fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Kanadischen Botschaften in Berlin, Wien und Bern und dem Kanadischen Außenministerium unterstützt die Gesellschaft die Öffentlichkeitsarbeit dieser Institutionen. Sie ist ebenfalls eng mit der 1993 gegründeten Stiftung für Kanada-Studien verbunden.

Die wissenschaftlich breitgefächerte Arbeitsweise der GKS wird durch ihre einzelnen, nach Fachgebieten gegliederten Sektionen gewahrt. Derzeit widmen sich acht Sektionen in interdisziplinärer Zusammenarbeit ihren kanadistischen Forschungsschwerpunkten: Englisch-Kanadische Sprache und Literatur, Frauenstudien, Geschichte, Französisch-Kanadische Sprache und Literatur, Geographie, Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie die Sektion Andere Disziplinen, in der sich u.a. Linguisten, Ethnologen, Juristen und Mediziner versammeln. Außerdem existieren in der GKS eigene Arbeitsgruppen für Bibliothekare und Lehrer.

Die einzelnen Sektionen wechseln sich auch in der Ausrichtung der Jahrestagung ab. Die Vorbereitung gehört wie die übergreifende administrative Betreuung der Kanada-Studien in den deutschsprachigen Ländern zu den Hauptaufgaben der neu eingerichteten Geschäftsstelle an der TU Berlin.

Das interdisziplinäre Projekt umfasst eine Teilzeitmitarbeiterstelle sowie ein vom ICCS gefördertes Internship, das einem kanadischen Studenten ab Oktober 2001 die Möglichkeit geben wird, praktische Erfahrungen in der administrativen Arbeit im Bereich der internationalen, interdisziplinären Kanada-Studien zu sammeln.

Datenbank

Ansprechpartner: PD Dr. Elke Nowak, Institut für Sprache und Kommunikation, TU Berlin (Präsidentin), Martina Seifert, Institut für Sprache und Kommunikation, TU Berlin (Geschäftsstellenleiterin)
Kontakt: Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-22323, Fax: 030/314-27638, E-Mail: elke.nowak@tu-berlin.de; Tel.: 030/314-25852, E-Mail: mseifert@rz.uni-leipzig.de, www.kanada-studien.de
Förderung: Gesellschaft für Kanada-Studien e.V., Regierung von Kanada, Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin
Forschungsprojekt: Interdisziplinäre Kanada-Studien

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