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TU Berlin Wissenschaftsdienst der TU Berlin


Inhaltsverzeichnis

Ausgabe Jg. 3 / Nr. 1 / September 2002

(Alle Artikel stehen auch als .rtf-Dateien zum download bereit. Den entsprechenden Link finden Sie jeweils am Ende des Artikels.)

Gesundheitswissenschaften
Von Ärzteüberhang keine Spur

In Berlin könnte bald alarmierender Ärztemangel herrschen: Würden alle unbezahlten Überstunden in Arbeitsplätze umgewandelt, der Bereitschaftsdienst als reguläre Arbeitszeit angerechnet und Teilzeitarbeitswünsche berücksichtigt, so müssten 4000 Klinikärzte zusätzlich eingestellt werden, bundesweit wären es sogar 56.000.

Historische Geologie
Abdrücke ersten tierischen Lebens

Die Forschung rätselt seit langem, wie tierisches Leben entstehen und sich dessen Vielfalt in der Frühzeit der Erdgeschichte entwickeln konnte. Auf der Jangtse-Plattform im Südosten Chinas förderten Wissenschaftler der TU Berlin und chinesische Forscher nun eine Vielzahl Fossilien der ersten tierischen Lebewesen zu Tage. Aus den Funden können neue Schlüsse zur frühen Entwicklung des tierischen Lebens gezogen werden.

Medizintechnik
Brustkrebs punktgenau aufspüren

Rund 45.000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Brustkrebs. Medizintechniker der TU Berlin haben mit Kollegen der Charité Berlin nun ein Gerät entwickelt, mit dem frühzeitig erkannter Brustkrebs und damit kleinste Tumore millimetergenau punktiert werden können.

Zahntechnik
Schlaue Verankerung für Stiftzähne

Dies klingt wie der Albtraum eines jeden Zahn-Patienten. Künstliche Zahnwurzelimplantate werden in den Kiefer gedübelt. Die von Wissenschaftlern der TU Berlin neu entwickelten Stiftzähne und deren Verankerungsmethode sind nicht nur besser und haltbarer, sondern auch noch preiswerter als die herkömmlichen Metallstifte.

Meerestechnik
Sturmtaugliche Waffe gegen Ölpest

Wie kann ein Ölteppich bei stürmischer See abgesaugt werden, damit der Schaden für Tier und Umwelt möglichst gering bleibt? Die Risiken einer Ölpest, verursacht durch Schiffshavarien oder die Suche nach Erdöl und Erdgas im Offshore-Bereich, steigen ständig. Forscher vom Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin entwickelten einen Ölschöpfer (Skimmer), der nun unabhängig vom Seegang eingesetzt werden kann.

Chemie
Mit dem Röntgenauge auf Museumstour

Nicht nur Handys, auch Röntgenanlagen folgen dem Trend und werden immer kompakter. Damit können mobile Mikro-Röntgenfluoreszenzspektrometer in Museen transportiert werden, um empfindliche Exponate vor Ort zu untersuchen. Für sie war bislang der Gang ins herkömmliche Röntgenlabor zu riskant und aufwendig. Ob Maleremaille, Gemälde, Glasfluss oder Metallobjekte das Röntgenlicht enthüllt die Zusammensetzung jeder anorganischen Verbindung und auch geschickt angefertigte historische Fälschungen.

Landschaftsplanung
Schweinswal contra Windenergie

Tausende riesiger Windräder sollen zukünftig auf hoher See saubere Energie liefern. Doch welche Auswirkungen haben die Windfarmen auf Vogelzug, Schweinswale, Kegelrobben, Seehunde, Schifffahrt und Fischerei? Welches könnten die Auswirkungen der neuen Windparks sein, die bei der Planung, dem Bau und Betrieb der Offshore-Anlagen beachtet werden müssen? Wissenschaftler der TU Berlin stellen Kriterien zusammen, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung 40 Kilometer von der Küste umfassen muss.