TU intern - Februar/März 2000 - Forschung

Neu bewilligt

SOZIOLOGISCHE MODELLE UND COMPUTERTECHNOLOGIE /tui/ Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms Sozionik an der TU Berlin wurde das Drittmittelprojekt "Integration kooperationsfähiger Agenten in komplexen Organisationen" (INKA) eingerichtet. Der Informatiker Prof. Dr. Hans-Dieter Burckhard von der Berliner Humboldt-Universität und der Techniksoziologe Prof. Dr. Werner Rammert vom Fachbereich Umwelt und Gesellschaft der TU Berlin wollen gemeinsam die Modellierung künstlicher Sozialität erforschen. Es geht um die Bereitstellung konzeptueller und technologischer Grundlagen für agententechnologische Anwendungen in der Universitätsklinik Charité. In der jetzt anlaufenden ersten Projektphase sollen Modelle eines agentenunterstützten Terminplanungs- und Verwaltungssystems entwickelt sowie entsprechende Prototypen in künstlichen Simulationsumgebungen getestet werden.
Informationen zum Schwerpunktprogramm Sozionik und zum INKA-Projekt gibt es im WWW unter http://www.tu-harburg.de/tbg/SPP/Start_SPP.html und bei dem Berliner Projektmitarbeiter Dipl.-Soz. Klaus Scheuermann, E-Mail: scheuermann@ztg.tu-berlin.de

HEXAEDERNETZE /tui/ Für viele Bereiche der Ingenieur- und Naturwissenschaften ist die Methode der Finiten Elemente ein wichtiges Werkzeug zur numerischen Analyse und Simulation. Ein arbeitsaufwendiger und schwieriger Teilschritt in der Anwendung dieser Verfahren besteht in der Generierung qualitativ guter Finite-Elemente-Netze aus einem CAD-Modell, insbesondere in der automatischen Generierung von Oberflächennetzen mit Vierecken sowie von Volumennetzen mit Hexaedern. Die DFG hat die Förderung des Projektes "Kombinatorische Algorithmen zur Vierecks- und Hexaedernetzgenerierung für Finite-Elemente-Verfahren" um ein Jahr bis zum 31. 12. 2000 verlängert. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Möhring vom Fachbereich Mathematik der TU Berlin beschäftigt sich mit dem Thema "Kombinatorische Optimierung und Graphenalgorithmen".

KUNSTSTOFF- ODER STAHL-ZAHNRÄDER? /tui/ Die DFG fördert ein Forschungsprojekt am Institut für Maschinenkonstruktion und Konstruktionstechnik der TU unter der Leitung von Dr.-Ing. Oliver Tegel, bei dem es um den "Einsatz aramid- und kohlefaserverstärkter Thermoplaste zur Tragfähigkeitsoptimierung von Kunststoff/Stahlzahnradpaarungen" geht. Dabei stehen die Kunststoffzahnräder im Mittelpunkt des Interesses. Ihre Vorteile gegenüber den Stahlzahnrädern liegen darin, dass sie im Spritzgussverfahren gefertigt und ungeschmiert betrieben werden können sowie Stöße besser abdämpfen. Von Nachteil sind die geringere Tragfähigkeit und der begrenzte Temperaturbereich. Das Projekt untersucht den Verschleiß, die Tragfähigkeit und den Wirkungsgrad an faserverstärkten und ungeschmierten Zahnrädern aus Thermoplasten. Ziel ist es, die untersuchten Parameter durch geeignete Werkstoffkombinationen zu verbessern.

NATIONALSOZIALISTISCHE VOLKSPRODUKTE /tui/ Die bekanntesten nationalsozialistischen Volksprodukte sind der Volkswagen oder der Volksempfänger, zu den weniger bekannten gehört der Volkskühlschrank. Welche Volksprodukte es noch gab und in welchem politischen Zusammenhang diese Produkte zur nationalsozialistischen Konsumpolitik und -propaganda stehen, das untersucht Prof. Dr. Wolfgang König, Fachbereich Geschichts- und Kommunikationswissenschaften. Gefördert wird dieses Projekt von der Fritz-Thyssen-Stiftung.

BIOSYNTHESE VON LIPOPEPTIDEN /tui/ Die DFG fördert ein Forschungsprojekt am Max-Volmer-Institut für Biophysikalische Chemie und Biochemie der TU Berlin unter der Leitung von Dr. Joachim Vater, bei dem die Biosynthese pharmazeutisch und biotechnologisch bedeutsamer Lipopeptide untersucht wird. Dabei geht es um die strukturelle und funktionelle Organisation der entsprechenden Peptid-Zellfabriken sowie den Mechanismus der enzymatischen Peptidsynthese mit Hilfe von Protein-Engineering und ortsspezifischen Mutagenesen.

GLEISBAU /tui/ Wie sich Schottergleis und feste Fahrbahn im Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn verhalten, untersucht ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Stavros Savidis, Fachgebiet Grundbau und Bodenmechanik. Durch numerische Simulationsmodelle erwarten die TU-Wissenschaftler Aufschluss über die dynamische Wechselwirkung zwischen Schienenfahrweg und geschichtetem Untergrund.

VISUELLES DESIGN /tui/ Das DFG-Forschungsprojekt "Anwendung von Graphtransformation auf das visuelle Design verteilter Systeme" unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Ehrig, Institut für Kommunikations- und Softwaretechnik, ist um ein weiteres Jahr bis Februar 2001 verlängert worden. Ziel des Projektes ist es, die visuellen Modellierungskonzepte für verteilte Systeme wie das Internet zu verbessern und Validationstechniken etwa für sicherheitsrelevante Systeme bereitzustellen. Zur Erprobung der Techniken soll eine entsprechende Werkzeugunterstützung entwickelt werden.

ENZYMSYSTEME /tui/ Viele Wirkstoffe von Medikamenten sind Naturstoffe oder von Naturstoffen abgeleitete Substanzen. Naturstoffe werden in Bakterien, Pilzen oder Pflanzen durch spezifische Enzyme gebunden. Die DFG fördert ein Forschungsprojekt am Max-Volmer-Institut für Biophysikalische Chemie und Biochemie der TU Berlin unter der Leitung von Dr. Ullrich Keller, bei dem Enzymsysteme, die aus Bodenbakterien stammen und bestimmte Wirkstoffpeptide synthetisieren, auf gentechnischem Wege gezielt verändert und dann analysiert werden. Ziel ist es, das Design neuer funktionell kompetenter Enzymsysteme für die Herstellung veränderter oder neuer Naturstoffe zu entwickeln.

STRÖMUNGSMECHANIK /tui/ Die DFG fördert drei parallele Projekte zum Thema "Strömungsablösung und Turbulenz", die im DFG-Schwerpunktprogramm "Transition" angesiedelt sind. An dem Projekt sind Prof. Dr. Andreas Dillmann, Dr. Hans-Jakob Kaltenbach und Prof. Dr. Frank Thiele vom Hermann-Föttiger-Institut der TU sowie Prof. Dr. Wolfgang Nitsche vom Institut für Luft- und Raumfahrt beteiligt. Ziel des Projektes ist es, durch abgestimmte experimentell-numerische Untersuchungen einen grundlagenorientierten Beitrag zur Turbulenzentstehung und -entwicklung unter kontrollierten Strömungsbedingungen zu leisten.

NEUE ÖKO- UND HUMANTOXISCHE WIRKSTOFFE /tui/ Massenpopulationen aus Cyanobakterien sind weltweit Ursache oft tödlicher Vergiftungen. Dabei wurden besonders zyklische Peptide des Microcystintyps als cancerogene Lebertoxine identifiziert. Darüber hinaus gibt es jedoch noch andere Toxine mit zum Teil unbekannten Strukturen. Diesen geht ein von der DFG gefördertes Verbundprojekt nach, an dem neben den TU-Forschergruppen von Prof. Dr. Wolfgang Rotard (Umweltchemie) und Dr. Hans von Döhren (Biochemie) die Humboldt-Universität, die TU Cottbus, die Universität Freiburg und das Umweltbundesamt beteiligt sind.


© 2-3/2000 TU-Pressestelle