Neue Professoren an der TU Berlin

Mobilfunkfachmann Holger Boche

Der 32-jährige Professor Holger Boche will die UMTS-Technik an der TU Berlin weiterentwickeln

Ein Stück entfernt von der hektisch pulsierenden Straße des 17. Juni mitten in Charlottenburg reckt sich das Hochhaus des Heinrich-Hertz-Institutes für Nachrichtentechnik mit einer markanten Kugel auf dem Dach in den Berliner Himmel. In der fünften Etage hat Holger Boche sein kleines Büro, inklusive Panoramablick auf den Campus. Mit 32 Jahren hat der zweifache Familienvater bereits vieles erreicht, worauf andere lange Zeit hinarbeiten müssen. Abitur mit gleichzeitiger Berufsausbildung zum Messtechniker in einem DDR-Mineralölwerk, Abschluss des Studiums der Informationstechnik an der TU Dresden, Begabtenstudium der Mathematik in nur zweieinhalb Jahren und Promotion in beiden Fächern. Ab Februar 2002 ist er nicht nur Abteilungsleiter für "Breitband-Mobilfunknetze" am renommierten Heinrich-Hertz-Institut, sondern hat auch die Heinrich-Hertz-Professur für das Fachgebiet Mobilkommunikation an der TU Berlin inne.

"Ich habe mich bewusst für Berlin entschieden"

Prof. Dr.-Ing. Dr. Holger Boche ist ein Beispiel für die verstärkte Strategie der Hochschule, die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen über gemeinsame Berufungen von Professoren auszubauen. "Ressourcen bündeln" heißt dabei das anvisierte Ziel, das zu doppeltem Erfolg sowohl in der Forschung, als auch in der Lehre führen soll.

Der professorale Generationswechsel, der jungen Wissenschaftlern Verantwortung in Lehre und Forschung überlässt, geschieht in einer äußerst schwierigen Finanzsituation der "Wissenschaftsstadt" Berlin.

"Faktor zwei" nennt Holger Boche eine besondere Festschreibung in seinem Berufungsvertrag: Er muss doppelt so viel Geld über Drittmittel einwerben, wie er von der Universität an Finanzzusagen bekommt. "Trotzdem habe ich mich bewusst für Berlin entschieden, obwohl die Bedingungen in Süddeutschland besser sind", sagt er.

Ihn lockte an der TU Berlin die fachliche Nähe zu den Elektrotechnikern und Mathematikern, die die Zukunft der Mobilkommunikation gestalten, wie er auch. Seine Vorlesungen beschäftigen sich mit "Digitaler Mobilkommunikation", "Statistischer Signalverarbeitung" oder "Mehrnutzerempfänger in der Mobilkommunikation". Signalverarbeitung für die Mobilkommunikation, drahtlose Übertragungsverfahren und Informationstheorien sind auch die Themen seiner Mitarbeiter. Der Träger des Leibniz-Doktorandenpreises für das Jahr 2000 will die Effizienz der Breitbandkommunikation erhöhen. "Es sollen möglichst viele Bits pro Zeit und pro Hertz übertragen werden. Die Mathematik ist der Schlüssel dafür", so der junge Wissenschaftler mit gefärbtem blondem Haar, "wir arbeiten unter Hochdruck an künftigen Übertragungssystemen und der Weiterentwicklung der UMTS-Technik, denn die Konkurrenz schläft nicht."

Stefanie Terp


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