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Juni 2005
 
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Virtueller Inkubator

Im Charlottenburger Umfeld der TU Berlin wachsen innovative Unternehmen

Insbesondere Forschung und Entwicklung für die Verkehrsindustrie sind das Feld vieler TU-Absolventenfirmen
Foto: BMW AG

Viele Absolventen der TU Berlin setzen ihre akademische Qualifikation in unternehmerisches Engagement um: Sie gründen eigene Firmen. Nicht wenigen ist auch der weitere Kontakt zur Hochschule wichtig: Charlottenburg als großer, virtueller Inkubator für Hightech-Firmen und "Wissens-Dienstleister".

Zu den großen Erfolgsgeschichten zählt die im Spreebogen neben dem Produktionstechnischen Zentrum angesiedelte Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr GmbH (IAV). Seit der Gründung 1983 - damals initiiert von dem renommierten TU-Fahrzeugtechniker Professor Hermann Appel - ist das Unternehmen auf mittlerweile 2400 Beschäftigte angewachsen, davon rund 700 am Firmensitz in Berlin. 2004 erwirtschaftete es einen Umsatz von 236 Millionen Euro. Hauptgesellschafter ist die Volkswagen AG; weiter sind Siemens VDO Automotive AG, ArvinMeritor GmbH, Freudenberg & Co. KG sowie General Electric Plastics B. B. beteiligt. Professor Appel wollte mit dem Dienstleistungsunternehmen ein Bindeglied zwischen Wissenschaft und Industrie schaffen. Heute ist IAV für viele Autohersteller und -zulieferer ein kompetenter Entwicklungspartner - ob für die Ausstattung mit intelligenter Elektronik oder den Entwurf neuer Motoren. "Wir entwickeln uns zu einem der wichtigsten Engineering-Partner der Welt", sagt Kurt Blumenröder, seit Anfang 2005 IAV-Geschäftsführer.

Die Steuerung größerer Verkehrsströme wie auch innerbetrieblicher Prozesse ist das Geschäftsfeld der 2002 gegründeten Visality Consulting GmbH. Viele der heute 20 Mitarbeiter des Unternehmens kommen aus dem TU-Institut von Professor Helmut Baumgarten, dem inzwischen emeritierten Logistik-"Papst" in Deutschland. Derzeit residiert Visality noch in Spandau. "Aber wir sind dabei, nach Charlottenburg zurückzukommen", sagt Visality-Partner Dr. Jörg Risse. "Dort ist es einfach spannender." Das Consulting-Unternehmen, aktuell mit einem großen Logistik-Projekt am Flughafen München betraut, betreut auch kontinuierlich TU-Diplomanden. Wichtig für den heutigen Studenten ist aus Risses Sicht die Internationalität: "Mehr Auslandsaufenthalte ins Studium integrieren".

Auch Paul Kahlfeld hat in seinem Architekturbüro, das er gemeinsam mit seiner Frau betreibt, fortwährend Praktikanten aus der TU Berlin. Kahlfeld, der insgesamt 20 Mitarbeiter beschäftigt, war nach dem Studium an der TU Berlin für einige Jahre Büroleiter bei Star-Architekt Kleihues. Auf den Berliner Bauboom der letzten Jahre blickt Kahlfeld, der auch als Professor in Kaiserslautern lehrt, mit gemischten Gefühlen: "Es ist vieles architektonisch zu schnell gegangen", sagt der Bauexperte. "Wir haben viel internationales Mittelmaß bekommen und die Tradition der Berliner Architektur ist verwässert worden." Für mehr Praxisbezug in der Ausbildung engagiert sich Kahlfeld auch in der Internationalen Bauakademie, der er zusammen mit TU-Präsident Kurt Kutzler vorsteht.

Auf 22 Beschäftigte ist seit 1999 das Hightech-Unternehmen LayTec GmbH angewachsen. Die von Absolventen des TU-Instituts für Festkörperphysik gegründete Firma ist auf die Bearbeitung von III/V-Halbleitern spezialisiert und beherrscht ein besonderes Verfahren, mit dem sich die einzelnen Schichten auf rotierenden Wafern exakt messen lassen. Die ersten zwei Jahre hat LayTec noch in angemieteten Räumen der TU Berlin zugebracht. Dann war wegen des Wachstums der Umzug in die Helmholtzstraße geboten. Insgesamt habe diese Unterstützung dem jungen Unternehmen sehr geholfen, sagt LayTec-Gründer Dr. Jörg-Thomas Zettler. Mittlerweile ist die Alma Mater auch zum Kunden geworden. Einige seiner Messgeräte hat LayTec auch an die TU Berlin verkaufen können.

Manfred Ronzheimer

76 Unternehmen von TU-Absolventen in Charlottenburg

Im Alumni-Programm der TU Berlin sind rund 450 Unternehmen verzeichnet, die von TU-Absolventinnen und -Absolventen in Berlin gegründet wurden, 76 davon in Charlottenburg. Einige große, darunter die gedas AG, inpro, die Ingenieurgesellschaft Auto Verkehr IAV GmbH oder die Teles AG stellen zusammen rund 1600 Arbeitsplätze in Charlottenburg. Zur TU Berlin gibt es zahlreiche Kontakte. Es wird gemeinsam geforscht, TU-Studierende absolvieren in diesen Unternehmen Praktika, viele von ihnen finden hier ihren späteren Arbeitsplatz. Aber auch zu den kleineren Unternehmen gibt es Kontakte. Stark vertreten sind Architekten und Architektinnen. Auch viele Beratungsunternehmen, Software-, Halbleiter-, Nachrichten- oder Medizintechnikfirmen haben sich in Charlottenburg angesiedelt. Übrigens: 14 Firmen davon wurden von Frauen gegründet.

bk

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