FORSCHUNG

Wasser für zukünftige Großraumflugzeuge

TU-Wissenschaftler auf Fachmessen

Zwei Messen stehen im April auf dem Programm der Berliner TU-Wissenschaftler. Mitte des Monats geht es auf der Hannover-Messe um anwendungsorientierte Forschung und Technologietransfer. Wenige Tage später stehen Wasserversorgung und Abwassertechnik im Mittelpunkt, und zwar auf der Internationalen Fachmesse Wasser (IFW) in Berlin.

Gleich drei der insgesamt acht TU-Exponate, die vom 14. bis 19. April auf der Hannover-Messe vorgestellt werden, kommen vom Optischen Institut am Fachbereich Physik. Die Arbeitsgruppe von Professor Hans-Joachim Eichler stellt in Hannover einen "3-µm-Laser für die Chirurgie" und einen "Mikrolaser im blauen Spektralbereich" vor. Außerdem zeigen sie eine "Mikroholographische CD als optische Datenspeicher". Dabei geht es um die Speicherung digitaler Informationen, ähnlich der Speicherung auf einer Compact Disc; bei der neuen Methode werden die Informationseinheiten jedoch nicht einzeln eingebrannt, sondern über mikroskopisch kleine Spiegel, sogenannte Mikrospiegel, dargestellt.

Ein "zeitlich und örtlich hochauflösendes Turbinenpyrometer" präsentiert das Insitut für Maschinenkonstruktion. Das am Fachgebiet Verbrennungskraftmaschinen entwickelte Gerät wird eingesetzt, um die Temperaturverteilung von Turbinenschaufeln zu messen. Um elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) geht es bei einem Exponat, das das Fachgebiet Hochfrequenztechnik vom Fachbereich Elektrotechnik für die Hannover-Messe beisteuert. Es ist für Messungen elektromagnetischer Felder in Elektronik, medizinischen Anwendungen und der Umwelt konzipiert.

Ebenfalls dabei ist ein Messebeitrag mit dem Titel "Fortschrittliches Wassersystem zur Wasserver- und -entsorgung von zukünftigen Großraumflugzeugen", den Professor Helmut Siekmann und sein Mitarbeiter Frank Renken vom Institut für Maschinenkonstruktion vorstellen. Im Gegensatz zu heutigen Verkehrsflugzeugen, bei dem das Abwasser aus den Waschbecken (Grauwasser) außenbords entsorgt wird, stellt das neue Wassersystem einen geschlossenen Kreislauf dar. Der Wasserverbrauch soll dadurch verringert werden, daß das anfallende Grauwasser zwischengespeichert und für die Toilettenspülung verwendet wird. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert und gemeinsam mit mehreren Partnern entwickelt, u. a. Airbus, MAN und TU Hamburg-Harburg.

FACHMESSE WASSER IN BERLIN

Auch auf der Internationalen Fachmesse Wasser (IFW) in Berlin, die wenige Tage nach der Hannover-Messe ihre Pforten öffent, wird dieser Beitrag zu sehen sein. Dort stellen sich vom 21. bis 25. April ingesamt neun TU-Projekte der Fachöffentlichkeit vor.

Das Institut für Technischen Umweltschutz steuert vier IFW-Exponate bei. Mit "Wasserrecycling in Haushalt und Gewerbe" beschäftigen sich Mitarbeiter des Fachgebiets Umwelttechnik. Kollegen aus dem Fachgebiet Ökologie der Mikroorganismen stellen sich mit der "Mikrobiellen Ökologie des Berliner Grund- und Trinkwassers" dar. Einen "Wirbelschichtreaktor mit immobilisierter Biomasse" präsentieren die Mitarbeiter des Fachgebiets Siedlungswasserwirtschaft. Und eine "Ultraschallanlage zur Fest-Flüssig-Trennung" kann man sich beim Fachgebiet Wasserreinhaltung erläutern lassen.

Auf beiden Messen werden die TU-Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen aus anderen Berliner Hochschulen im Rahmen des Forschungsmarkts Berlin betreut. Der Forschungsmarkt besteht seit 1984 und koordiniert die Messeaktivitäten der Berliner Hochschulen.

René Schönfeldt


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