FORSCHUNG

Achtung Spurrillen!!

Achtung Spurrillen!! Sie sind nicht zu übersehen und vor allem immer zu spüren - die Spurrillen auf den Autobahnen oder an Kreuzungen. Sie offenbaren, daß die Straßen den hohen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, nicht Stand halten können. Mit den Ursachen dieser Schäden, die auf den Straßen entstehen, beschäftigt sich das Institut für Mechanik.
Um Kraftfahrzeuge und Straßenschäden geht es auf einem TU-Kolloquium am 20./21. Februar

Im Rahmen des Sonderforschungsbereiches Sfb 181 "Hochfrequenter Rollkontakt der Fahrzeugräder", der neun Jahre an der TU Berlin forschte und vergangenes Jahr ausgelaufen ist, entwickelten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen Methoden zur Messung und Berechnung der Belastungen, denen die Straßen ausgesetzt sind. Sie können genau darstellen, was mit der Straßenoberfläche passiert, wenn ein Auto an einer Kreuzung anfährt oder ein LKW über eine Unebenheit oder ein Schlagloch fährt.

Es zeigte sich, daß schon ganz kleine Bodenunebenheiten bei hoher Fahrgeschwindigkeit dazu führen, daß sich die Radlast kurzzeitig um ein Vielfaches erhöht. Die hohen Stoßkräfte, die dabei entstehen, belasten die Fahrbahn stark. Die Straßendecken werden durch diese Kräfte rissig, Betondecken werden brüchig und Wasser und Frost können eindringen. Eine andere Folge von Unebenheiten sieht man häufig, besonders im Sommer am Straßenrand liegen: Gummifetzen von LKW-Reifen. Denn auch die Reifen sind durch Straßenunebenheiten hohen Belastungen ausgesetzt, besonders bei höheren Temperaturen. Und noch ein weiterer Faktor ist für die Straßen belastend, wie die Untersuchungen gezeigt haben: Die Achsen. Springende Achsen sind ebenso wie Leergutfahrten oder überladene LKW überaus "anstrengend" für den Straßenbelag.

Zwar ist der Sonderforschungsbereich im vergangenen Jahr ausgelaufen, am Institut für Mechanik beschäftigt man sich jedoch weiterhin mit dem Straßenzustand und dem Reifenverhalten. Mittlerweile sind auch Praktiker aus dem Bereich des Straßenbaus, des Fahrzeugbaus und aus der Reifenindustrie an den Untersuchungen interessiert, immerhin erfordern die Straßenschäden hohe Instandhaltungskosten.

Diese Straßenschäden sind auch Thema eines Kolloquiums, das am 20. und 21. Februar an der TU Berlin stattfindet. "Messung und Berechnung von Reifenkräften zur Analyse der Dynamik der Fahrzeuge" ist der Titel des zweitägigen Kolloquiums, auf dem Wissenschaftler verschiedener Länder, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, zusammenkommen und sich zu diesem Thema austauschen werden. Informationen zum Kolloquium gibt es bei Prof. Dr. Friedrich Böhm, Institut für Mechanik, Tel.: 314-2 34 56.

bw


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