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100 000 Studienplätze für Berlin

Nicht nur Kritik am Haushaltsentwurf 1997, sondern auch ein Modell zur Finanzierung der Hochschulen hat die Landesastenkonferenz (LAK) auf einer Pressekonferenz Anfang Januar vorgestellt. Gefordert wird von den Studentenvertretern der Erhalt, d. h. die Finanzierung von 100000 Studienplätzen in Berlin.

Kosten einsparen ließen sich beispielsweise in der Medizin; drei Universitätsklinika könne sich Berlin nicht leisten. Die LAK schlägt daher eine teilweise Umwandlung in städtische Krankenhäuser vor, an denen auch die praktische Ausbildung der Studierenden erfolgen könnte, was billiger und praxisorientierter wäre. "Weder zu finanzieren noch gesamtuniversitär vertretbar" sei darüber hinaus auch der eigenständige naturwissenschaftliche Campus der Humboldt- Universität in Adlershof.

Nach was für einem Berechnungsmodell die Zuweisungen an die Hochschulen erfolgen sollen - auch dazu hat die LAK Vorschläge gemacht. Ihr Finanzierungsmodell, mit dem der tatsächliche Bedarf der Hochschulen berücksichtigt werden soll, sieht eine strenge Trennung bei den Zuweisungen für Forschung und Lehre vor. Für eine genauere Mittelzuweisung in der Lehre sollen die einzelnen Studiengänge in vier bis sechs Kostengruppen eingeteilt werden, da naturwissenschaftliche Studiengänge teurer als geisteswissenschaftliche sind.

Über die Zuweisungen pro Studienplatz, über die Zuordnungen der Studiengänge zu den Kostengruppen und über die Verteilung der Studienplätze pro Hochschule soll eine gemeinsame Wirtschaftskommission, die sich aus Universitätsmitgliedern und Staatsvertretern zusammensetzt, entscheiden. Gewährleistet sei damit auch die Autonomie der Hochschulen, da diese selbst entscheiden könnten, welches Fach für ihr Profil wichtig sei. Aufgabe des Abgeordnetenhauses soll es sein, über die Zahl der Studienplätze pro Kostengruppe zu entscheiden. Über den Zuschuß pro Studienplatz und die Zahl der Studienplätze pro Hochschule sollen mittelfristige Verträge abgeschlossen werden. Auch für die Hochschulforschung soll ein entsprechendes Modell eingerichtet werden. Wie dies jedoch im genauen aussehen soll, läßt sich dem Papier der LAK nicht entnehmen.

bw


1/'97 TU-Pressestelle [ ]