MENSCHEN

Sicherheitswissenschaften und kognitive Psychologie

Gleich zu Jahresbeginn ehrte die TU Berlin einen Wissenschaftler, der sich gleichermaßen um die Psychologie und die Ingenieurwissenschaften verdient gemacht hat. Prof. Dr. Jens Rasmussen aus Dänemark bekam die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste auf dem Gebiet der Sicherheitswissenschaften und der kognitiven Psychologie verliehen.

Auf den ersten Blick außergewöhnlich erscheint bei dieser Ehrendoktorwürde, daß Psychologen vorgeschlagen haben, einem Ingenieur diese Würde anzutragen. Die wissenschaftliche Arbeit von Jens Rasmussen auf der einen und der Aufbau des Fachbereichs 11 Maschinenbau und Produktionstechnik der TU Berlin, aus dem dieser Vorschlag kommt, auf der anderen Seite, erklärt jedoch die Entscheidung. "Mensch-Maschine-Systeme", "Kognitionswissenschaft" und die "Sicherheit/Verläßlichkeit komplexer Systeme" sind die drei wesentlichen Arbeitsschwerpunkte, die seine wissenschaftliche Laufbahn kennzeichnen. Mit dem Thema "Mensch-Maschine-Systeme", wofür es auch im Fachbereich 11 ein eigenes Fachgebiet und ein gleichnamiges Zentrum gibt, beschäftigte sich Jens Rasmussen schon in den 60er und 70er Jahren. Internationale Anerkennung in der Arbeits- und Ingenieurpsychologie hat er sich im Bereich der Kognitionswissenschaft verschafft. Interessiert hat ihn hier besonders die Frage, welche psychischen Mechanismen das Handeln des in technischen Systemen arbeitenden Menschen regulieren und zielorientiert erfolgreich oder erfolglos machen. Erwähnt seien auch seine Arbeiten zu Problemen des Risikomanagements oder zur Klassifikation menschlicher Fehlhandlungen, die, neben anderen Arbeiten, im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Verläßlichkeit komplexer Systeme entstanden sind.

Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Jens Rasmussen überschneiden sich in vielen Bereichen mit den Arbeiten, die auch am Fachbereich Maschinenbau und Produktionstechnik durchgeführt werden. Hier beschäftigt man sich schon seit vielen Jahren mit dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine und Ingenieur- und Humanwissenschaften sind hier eng miteinander verbunden.

bw


1/'97 TU-Pressestelle [ ]