STUDIERENDE

Schlechte Aussichten für Chemie-Absolventen

Im Jahr 2003 könnte es zu wenig Chemie-Absolventen geben, befürchtet die Gesellschaft Deutscher Chemiker in ihrem jüngsten Arbeitsmarktbericht

Der Arbeitsmarkt für junge Chemiker und Chemikerinnen ist immer noch in einer schwierigen Phase, die vermutlich bis in das Jahr 2000 andauern wird. Dies ist die Einschätzung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrem jüngsten Arbeitsmarktbericht. Zur Zeit würden rund 2000 Chemiker/innen pro Jahr ihr Studium beenden, während der Stellenmarkt nur 1500 Anfängerstellen biete. Die chemische Industrie stellt pro Jahr etwa 500 Personen ein. Die anderen etwa 1000 Absolventen gehen in die Bereiche Nichtchemische Industrie, Hochschule, öffentlicher Dienst, Forschungsinstitute und freiberufliche Tätigkeit.

Die Chemische Industrie hat in den letzten drei Jahren wieder deutlich mehr Absolventen eingestellt als in den Rezessionsjahren 1992 und 1993, konstatiert die Chemiker-Gesellschaft. Die Nachrichten vom Arbeitsmarkt hätten jedoch drastische Auswirkungen auf das Studierverhalten der Abiturienten gehabt. Während 1990 noch 7200 Anfänger ein Chemiestudium begannen, sank diese Zahl 1994 auf 2900 und ist seitdem konstant. Daher befürchtet die GDCh: Ab dem Jahr 2000 werde auch die Zahl der Absolventen sinken und im Jahr 2003 könne die kritische Grenze von 1000 Absolventen unterschritten werden.

Der Arbeitsmarktbericht beruht auf der jährlich erhobenen Statistik der Chemiestudiengänge, einer Befragung der 28000 GDCh-Mitglieder zu ihrer beruflichen Situation sowie auf Erfahrungen der Gesellschaft aus der GDCh-Stellenvermittlung. Der vollständige Bericht und die Statistik der Chemiestudiengänge können bei der GDCh-Arbeitsvermittlung, Postfach 90 04 40, 60444 Frankfurt, Tel (069) 79 17-665, Fax -322, E-Mail av@gdch.de, angefordert werden. Eine Kurzfassung des Arbeitsmarktberichtes ist im Internet abrufbar unter http://www.gdch.de/arbeitsv/bericht.htm

rs


© 6/'97 TU-Pressestelle [ ]