MENSCHEN

Vergleichen lohnt sich

Für die Studie "Ökobilanzen zur Verwertung von Altkunststoffen aus Verkaufsverpackungen" erhielt TU-Professor Günter Fleischer und zwei Mitautoren vor kurzem den mit insgesamt 50000 DM dotierten Océ-Preis. In der Studie stellt Fleischer eine neue Methode zur ökologischen Vergleichsmöglichkeit von Altkunststoffverwertung vor: die sogenannte "Nutzenkorbmethode".

GünterFleischer

Ausgediente Kunststoffe müssen heute nicht mehr auf den Müll wandern, denn dank der modernen Technik können sie inzwischen wiederverwertet werden. Beispielsweise werden Altkunststoffe nach der Aufbereitung wieder in der Produktion eingesetzt. Eine Möglichkeit ist hier das Recyceln zum Ausgangsprodukt, wie es etwa bei Flaschenglas üblich ist. Eine weitere Form der Verwertung ist die Zerlegung des ausgedienten Materials in die Grundstoffe, wie zum Beispiel für Altkunststoffe in gasförmigen oder auch rohölähnlichen Stoffen. Altkunststoffe werden daneben auch als Brennstoff genutzt, unter anderem bei der Müllverbrennung.

NEUE "NUTZENKORBMETHODE"

Ein Vergleich dieser Verwertungsmethoden nach ökologischen Gesichtspunkten war bisher nicht ohne weiteres möglich, da in den verschiedenen Prozessen unterschiedliche Produkte erzeugt werden: zum Beispiel Folien, Flaschen, synthetisches Rohöl oder Strom. Günter Fleischer, seit 1988 Professor für Abfallvermeidung und Sekundärrohstoffwirtschaft an der TU Berlin, hat eine Lösung gefunden. Mit der von ihm konzipierten "Nutzenkorbmethode" kommt man nun bei solchen Vergleichen zu objektiven Ergebnissen.

Mit Hilfe der neuen Methode wurden in der Studie "Ökobilanzen zur Verwertung von Altkunststoffen aus Verkaufsverpackungen" Verfahren der verschiedenen Entsorgungswege von Altkunststoffen aus dem Dualen System Deutschlands (DSD) verglichen.

Für die Studie erhielten Fleischer und die Mitverfasser Prof. Dr.-Ing. Fritz Ebert (Universität Kaiserslautern) und Dr.-Ing. Wolfgang Holley (Fraunhofer-Institut für Lebensmitteltechnologie und Verpackung, München) den ersten Preis des mit insgesamt 50000 DM dotierten Océ-Umweltpreises.

cho


10/'97 TU-Pressestelle [ ]