TU intern - Mai 1998 - Alumni

Eleganter Kufenkünstler

Der Eiskunstläufer und mehrfache Olympiasieger Gillis Grafström war Student der TH-Berlin

Der Schwede Gillis Grafström war schon zu Lebzeiten eine Legende. Wo der für seine Eleganz berühmte Eiskunstläufer antrat, redete er ein gewichtiges Wort um den Sieg mit. Dreimal trat er zu Weltmeisterschaften an, dreimal stand er auf dem Siegertreppchen ganz oben (1922, 1924 und 1929). Das höchste für ihn waren jedoch die Olympischen Spiele: Dreimal in Folge (1920, 1924 und 1928) holte er die Goldmedaille. Er gehört damit zu den erfolgreichsten Winterolympioniken aller Zeiten. 1932 in Lake Placid (USA) mußte er sich allerdings mit Silber begnügen. Der damals 38jährige war bei einem Unfall auf dem Eis mit einem Fotografen zusammengestoßen.

Von 1925 bis zu seinem Tod 1938 lebte der 1893 in Stockholm Geborene größtenteils in Potsdam. Hier trainierte er auch, Spaziergänger konnten seine brillante Schlittschuhtechnik zum Beispiel am zugefrorenen Bornstedter See oder in Berlin auf der Kunsteisbahn im Volkspark Friedrichshain bewundern. Während dieser Zeit studierte Grafström Architektur an der Technischen Hochschule Berlin. Neben seiner späteren Tätigkeit als Architekt stellte er eine Kunstsammlung mit Grafiken, Gemälden und Skulpturen zum Thema Eislaufen zusammen. Die Sammlung, die von seiner Frau Cecilie Mendelssohn-Bartholdy (1898-1995) fortgeführt wurde, gehört heute dem World Figure Skating Museum in Colorado Springs/USA.

Zum 60. Todestag von Gillis Grafström am 14. April fand auf Initiative der Schwedischen Viktoria-Gemeinde in Berlin nun eine Ehrung auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam statt.

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