TU intern - Oktober 1998 - Wissenschaft

NEUE LASER /urs/ ”Neue sichtbare Festkörperlaser mit nichtlinearer Frequenzumsetzung oder Stufenanregung über resonante Zwischenniveaus" ist der Titel eines neuen Forschungsprojektes das Prof. Dr. Hans-Joachim Eichler am Optischen Institut der TU Berlin zusammen mit Dr. Kneipp, Dr. Liu und Dr. Mcdonald beantragt hatte. Ziel der Arbeiten ist es, neue Festkörperlaser zu entwickeln, die im sichtbaren Spektralbereich und im nahen Infrarot arbeiten. Diese neuen Laser werden nicht mit halbleitenden, sondern mit transparenten, isolierenden Kristallen entwickelt. Die gewünschten Lichtfrequenzen sollen mit Hilfe nichtlinearer optischer Prozesse generiert werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von einem Jahr.

KULTURVERSTEHEN /urs/ Aus Mitteln der Volkswagen-Stiftung wird ein Forschungsprojekt unterstützt, das bei Prof. Dr. Günter Abel am Fachbereich 1 Kommunikations- und Geschichtswissenschaften angesiedelt ist. Dabei geht es um die ”Grundzüge interkultureller Hermeneutik und Methoden des Kulturverstehens". Im Rahmen des Projektes sollen Ansätze aus der Sprach- und Zeichentheorie, sowie der Interpretationsphilosophie auf Fragestellungen des interkulturellen Verstehens angewendet werden. Die Forscher wollen der Frage nachgehen, wie das Verstehen zwischen Kulturen abläuft und ob Parallelen zur Verständigung zwischen Personen existieren. Die Laufzeit des Projektes beträgt zwei Jahre.

PROZESSPLANUNG /urs/ Um die effikteve Planung von Produktionsabläufen geht es im Projekt ”Entwicklung eines interaktiven Scheduling-Support-Systems für Verfahrenstechnische Prozesse". Ziel ist die Entwicklung eines Computerproragrammes zur gleichzeitigen Planung verschiedener Produktionsabläufe. Dabei sollen sowohl die optimale Auslastung der Anlage, als auch eine möglichst hohe Produktionsleistung realisiert werden. Die Wissenschaftler werden die dazu erforderlichen mathematischen Modelle entwickeln und optimieren. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, es ist bei Prof. Dr. Hans-Otto Günther, Fachgebiet Produktionsmanagement, am Fachbereich 14 Wirtschaft und Management angesiedelt.

GALAKTISCHE STAUBPRODUKTION /urs/ Mit dem kosmischen Materialkreislauf beschäftigt sich ein Projekt auf dem Gebiet der Astrophysik bei Prof. Dr. Erwin Sedlmayer. Es trägt den Titel ”Die galaktische Staubproduktion durch kühle Winde sehr später Überriesen: ”Super-Winde" und der Materialkreislauf in der Galaxis". Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Es beschäftigt sich mit dem Materiekreislauf im Kosmos. Dabei geht es darum herauszufinden, wieviel Staub bestimmte Sterne, hier die Überriesen, emittieren und wie dies mit der Bildung neuer Sterne zusammenhängt.

DFG-SCHWERPUNKTPROGRAMM Prof. Dr. Hartmut Ehrig ist Koordinator des neuen Schwerpunktprogrammes ”Integration von Techniken der Softwarespezifikation für ingenieurwissenschaftliche Anwendungen" der DFG. Zusammen mit Prof. Weber (TU Berlin) und Prof. Westkämper (Universität Stuttgart) beschäftigt sich Prof. Ehrig mit dem Teilprojekt ”Integration objektorientierter Softwarespezifikationstechniken und deren anwendungsspezifische Erweiterung für industrielle Produktionssysteme am Beispiel der Automobilindustrie". Die Laufzeit des Projektes beträgt zwei Jahre.

INTERDISZIPLINÄRES FORSCHUNGSPROJEKT /tui/ ”Mit Wind- und Solarenergie belüftete Klärteiche" ist der Titel eines neuen interdisziplinären Forschungsprojekt (IFP) an der TU Berlin. Daran beteiligt sind die fünf Fachgebiete Konstruktionsberechnung, Prof. Gasch (Windenergie), Elektrische Maschinen, Prof. Stiebler (Solarenergie), Hydraulische Strömungsmaschinen, Prof. Siekmann (Belüftungsaggregate, Umwälzung), Ökologie der Mikroorganismen, Prof. Szwezyk (Biozoenose) und Siedlungswasserwirtschaft, Prof. Hegemann (Abwassertechnik). Sprecher des neuen IFP ist Prof. Dr.-Ing. Werner Hegemann. Durch Simulationen von Sonneneinstrahlung und Wind soll ein instationärer Antrieb eines Gebläses betrieben werden, welches der Belüftung einer überlasteten Abwasserteichkläranlage dient. Die Wissenschaftler wollen ermitteln, wie sich diese diskontinuierliche Belüftung auf die Zusammensetzung der Biozönosen im Abwasserteich sowie die Reinigungsleistung auswirkt. Durchgeführt werden die Untersuchungen an einer Teichanlage in Mecklenburg-Vorpommern, die die Abwasser von rund 100 Einwohnern klärt. Die Förderung umfaßt mehrere Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte, sowie rund 280000 DM Sachmittel. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren.

KREBSARZNEI AUS PFLANZLICHEN ZELLKULTUREN /tui/ Mit der Gewinnung eines Arzneimittels beschäftigt sich das neue DFG-Projekt ”Kontinuierliche Gewinnung von Taxol aus Zellkulturen durch Kombination einer Immobilisierung mit einer In-situ Extraktion" von Prof. Dr. Rainer Buchholz am Institut für Biotechnologie der TU Berlin. Ziel der Arbeiten ist die Entwicklung eines Prozesses zur kontinuierlichen Abgabe von Taxol aus einer Pflanzenzellkultur. Das in sehr geringen Mengen in Eiben vorkommende Alkaloid Taxol ist seit einigen Jahren als hocheffizientes Krebsarzneimittel zugelassen. Aufgrund seiner bisher äußerst problematischen und kostspieligen Gewinnung stellt Taxol einen wichtigen Schwerpunkt aktueller Arzneimittelforschung dar. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf den Bereich der Zellkulturtechnik. Bisherige Untersuchungen einer japanischen Forschungsgruppe zur Immobilisierung von Eibenzellkulturen sowie Versuche am Fachgebiet Bioverfahrenstechnik zu Immobilisierung und In-situ Extraktion an einem Vergleichssystem zeigten erhebliche Produktionssteigerungen bezüglich der betreffenden Sekundärmetaboliten.


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