TU intern - November 1999 - Menschen

Mobilitätszentrum für Blinde in Berlin

Architekturpreis 1998 verliehen

Sieben Absolventen der TU-Studiengänge Architektur und Landschaftsplanung konnten sich über ein besonderes Präsent zum Abschied von ihrer Alma Mater freuen: den von der DaimlerChrysler Immobilien GmbH unterstützten Architekturpreis 1998. Für den Architekturpreis 1998 wurden 25 Diplomarbeiten nominiert, darunter erstmalig drei Arbeiten von Absolventinnen und Absolventen des Studienganges Landschaftsplanung am Institut für Landschaftsarchitektur des Fachbereichs 8. Die Preissumme von 10000,- DM verteilte sich auf zwei Preisgruppen.

In der 1. Preisgruppe mit jeweils 1600,- DM wurden fünf Arbeiten ausgezeichnet. Die Arbeit "SPOC - Spitzbergen - Polarkonzept" von Gerrit Mosebach beschäftigt sich mit dem Rückbau menschlicher Eingriffe in den Naturraum Spitzbergens. In dieses Gebiet drängen zunehmend Tourismus und Forschung. Aus seiner Analyse entwirft Gerrit Mosebach Instrumentarien, um die menschlichen Eingriffe zu steuern.

Catharina Stigt gelingt es bei ihrer Arbeit über "Ein Mobilitätszentrum für Erblindete in Berlin" auf beeindruckende Weise, alle physischen und psychischen Aspekte des Erblindens nachzuvollziehen und für die zu schärfenden Sinne der Betroffenen überzeugende Orientierungs- und Lernhilfen zu erarbeiten.

NEUER TYPUS EINER TOTENSTÄTTE

Ausgehend von einer intensiven theoretischen Auseinandersetzung entwickelte Sibylle Kramer am Beispiel Buenos Aires einen neuen Typus einer Totenstätte. Das scheibenartige Gebäude ist als Haus in der Stadt ein integraler Bestandteil des Stadtgefüges. In ihren "Strategien für die Großsiedlung Hohenschönhausen" stellt Bettina Lück die Idee eines neuen Zentrums für Hohenschönhausen vor, in dem sich differenzierte, über die reine Versorgungsfunktion hinausgehende Nutzungen konzentrieren sollen. Ihr Entwurf ist kein idealisiertes Endprodukt, sondern eine mögliche Realisierung eines durch Regeln und Strategien zu steuernden Entwicklungsprozesses.

HYBRIDES SPEKTAKEL

Um die Aufwertung einer innerstädtischen Güterbahnhofsbrache in Spitalfields/London geht es in der Arbeit "Hybrides Spektakel" von Marcus Hsu. Er widmete sich zunächst Einzelaspekten des Themas, um sie dann collageartig in eine einzigartige bauliche Viaduktstruktur einzusetzen.

Zwei Arbeiten wurden in einer 2. Preisgruppe mit jeweils 1000,- DM prämiert.

Die Arbeit "Stadt und Haus" von Kristin Barbey beinhaltet ein Raumprogramm für einen Gebäudekomplex in altstadtverträglicher Situation in Münster/ Westf., in unmittelbarer Nachbarschaft von Dom und Prinzipalmarkt. Vorgesehen ist eine Mischung aus öffentlicher Nutzung (Konzertsäle, Musikschule mit Übungsräumen) und privater Wohnnutzung.

Thomas Hebel widmet sich in seiner Arbeit "Attraktoren im Terrain Vague" am Beispiel der Industriekolonien des Llobregat in der Nähe von Barcelona den Problemen einer vernachlässigten Region und zeigt Möglichkeiten einer Neubelebung auf. Er entwickelt damit einen komplexen Gegenentwurf zur aktuellen Planung für die Region.

tui


© 11/'99 TU-Pressestelle