TU intern - Oktober 1999 - Jahr 2000

Kernkraft und das Jahr 2000

Mit der Jahr-2000-Problematik in Kernkraftwerken beschäftigten sich zwei Vorträge, zu denen der Informationskreis Kernenergie in Bonn am 14. September 1999 eingeladen hatte. Aus der Sicht des Herstellers schilderte Dr. Arnold Graf von der Siemens AG seine Sicht der Dinge. Die Analysen der Siemens AG, so heißt es in seinem Manuskript, bestätigten, daß das Jahr-2000-Problem "weder die Sicherheit noch die Verfügbarkeit der Kernkraftwerke berührt". Insbesondere seien Probleme in der Sicherheitstechnik auszuschließen, da die dort verwendeten Automatisierungsgeräte "weder kontinuierlich noch zyklisch arbeiten und grundsätzlich keinerlei Datumsfunktionen verwenden". Graf geht weiterhin davon aus, dass auch der Betrieb der Kernkraftwerke durch das Jahr-2000-Problem nicht berührt wird. Zu ähnlich lautenden Schlüssen kam auch Dr.-Ing. Werner Höke von der PreussenElektra AG, der das Jahr-2000-Problem aus der Sicht der Kernkraftwerksbetreiber betrachtete. Auch er legte dar, dass "die Einrichtungen des Sicherheitssystems der von der PreussenElektra betriebenen Kernkraftwerke vom ,Jahr-2000-Problem' nicht betroffen sind". Auch aus der Sicht der Verfügbarkeit bestünden keinerlei Einschränkungen. Die Manuskripte beider Reden können beim Informationskreis Kernenergie (Tel.: 0228/50 72 26) angefordert werden.

Entgegen den Angaben von Herstellern und Betreibern warnen Atomgegner vor Unfällen im Jahr 2000, berichtete dagegen der Tagesspiegel. Gerhard Schmidt vom Darmstädter Öko-Institut befürchte Probleme bei Notstromaggregaten und Notkühlung, die die Gefahr einer Kernschmelze beinhalteten, heißt es dort. Auch die Forderung nach der Ausgabe von Jodtabletten wird im oben genannten Artikel erwähnt.

urs


© 10/'99 TU-Pressestelle