Lehre und Studium TU Berlin

Rechenschaftsbericht 1997/98


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Studierendenzahlen und Veränderungen nach Fächergruppen

Die wesentlichen zusammenfassenden Aussagen, die dieser Tabelle zu entnehmen sind, verdeutlichen sich in den beiden folgenden Tabellen. Sie weisen die Entwicklung der Studierendenzahlen (Studierende insgesamt und Studierende im 1. Fachsemester) nach Fächergruppen aus. Im Unterschied zur voranstehenden nach Abschlußarten gegliederten Gesamttabelle sind hier alle Abschlußarten der jeweiligen Fächergruppe zugeordnet. Es ist zu den Stich­Daten (WS 1994/95, WS 1996/97, WS 1998/99) jeweils angegeben, wie sich die Zahlen gegenüber dem vorgenannten Stich­Datum in Prozenten verändert haben; für das WS 1998/99 sind zusätzlich die Veränderungen gegenüber dem WS 1992/1993 angeführt.

Tabelle: Entwicklung der Studierenden­Zahlen nach Fächergruppen

Tabelle: Entwicklung der Studienanfängerzahlen (1. Fachsemester) nach Fächergruppen

rückläufige Studierendenzahlen

Danach hat sich die Gesamtzahl der Studierenden im Zeitraum vom Wintersemester 1992/1993 bis zum Winteresemester 1998/ 1999 um 21,12% verringert. Die Verringerungsrate im Vergleich der Stichdaten hat dabei kontinuierlich zugenommen: Von ­1,26 über ­9,89 auf ­11,35 im Verhältnis des WS 1998/1999 zum WS 1996/97.

Stabilisierung bei den Anfängerzahlen

Anders das Bild bei den Studienanfängerinnen und ­anfängern. Hier liegt die Zahl im WS 1998/ 1999 nur um 8,64 % unter der Zahl des WS 1992/1993 und der Abwärtstrend scheint gebrochen, zumindest hat sich die Entwicklung stabilisiert: Im WS 1996/1997 war gegenüber dem WS 1994/95 sogar eine Zunahme von 3,51 % zu verzeichnen. Mit einem Minus von nur 0,44% ist diese Zahl im WS 1998/1999 nahezu stabil geblieben.

Faßt man die einzelnen Fächergruppen ins Auge, so zeigt sich:

Naturwissenschaften: Studierenden­ und Anfängerzahlen halbiert

Die mit Abstand negativste Entwicklung ist für die Naturwissenschaften zu verzeichnen, und zwar sowohl bei den Gesamtstudierendenzahlen wie bei den Studienanfängerinnen und ­anfängern. Die Gesamtstudierendenzahlen des WS 1998/1999 liegen um knapp 50% unter den Zahlen von 1992/ 1993, die Studienanfängerinnen und ­anfänger sogar ein wenig mehr als 50%. Für die Studierenden insgesamt ist die Negativrate stark wachsend. Bei den Anfängerzahlen schien im WS 1996/1997 eine Trendwende zu verzeichnen: Zuwachs um 5,21% ­ allerdings nach einem Abfall um 38,45% im Vergleich WS 1994/1995 zu 1992/1993. Im WS 1998/99 ist die Zahl wieder um eine Rate von 24,48% gefallen.

Trendwende bei den Ingenieurwissen-
schaften

Etwas positiver ist die Entwicklung bei den Ingenieurwissenschaften. Hier scheint eine Trendwende erreicht. Zwar liegt die Gesamtzahl der Studierenden im WS 1998/1999 um 23, 66 % unter der des WS 1992/1993 und hat auch im Vergleich der Stichdaten bei den Gesamtzahlen die Negativrate kontinuierlich zugenommen. Dafür sind bei den Anfängern seit dem WS 1996/1997 wieder Zuwächse zu verzeichnen. Die Anfängerzahl des WS 1998/1999 liegt nur noch um 4,82 % unter der des WS 1992/1993.

Planungs­, Sozial­ u. Wirtschafts-
wissenschaften: leicht rückläufig

Bei den Planungs­, Sozial und Wirtschaftswissenschaften sind die Gesamtzahlen im Zeitraum zwischen WS 1992/1993 und WS 1998/1999 um immerhin 12,30% rückläufig. Die Negativraten im Vergleich der Stichdaten haben kontinuierlich zugenommen. Bei den Studienanfängerinnen und ­anfängern liegt die Verringerung im Gesamtzeitraum zwar nur bei 1,86 %. Hier ist aber der starke Rückgang im WS 1998/1999 bemerkenswert, der die Zuwachsraten der vorangegangen Stichdaten aufgezehrt hat.

Geisteswissenschaften: Steigende Anfängerzahlen

Die Geisteswissenschaften liegen mit ihren Gesamtzahlen im WS 1998/1999 um 14,77 unter den Zahlen des WS 1992/93. Dafür haben die Studienanfängerzahlen im gleichen Zeitraum um 8,25 % zugenommen. Lediglich im Vergleich von WS 1996/1997 und WS 1994/1995 war ein starkes Absinken der Zahlen um 21,46% zu verzeichnen, das im WS 1998/1999 wieder mehr als kompensiert wurde.

Die beiden Grafiken verdeutlichen die Entwicklung.

Studierende insgesamt

Studienanfänger (1. Fachsemester)

Die folgende Tabelle greift wichtige Studiengänge der Ingenieur­ und Naturwissenschaften heraus und vergleicht die Entwicklung der Anfängerzahlen im Zeitraum vom WS 92/93 bis WS 1998/1999 mit der Entwicklung der Zahlen für die entsprechenden Studiengänge im Maßstab der Bundesrepublik. Die Zahlen zur Entwicklung im Bundesmaßstab sind der Studie der Technischen Universität München "Entwicklung der Studierendenzahlen der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Technische Universitäten/Technische Hochschulen", München 1998 entnommen. Daß in der Münchener Studie der Begriff der Anfängerzahlen mit dem zusätzlichem Kriterium "Erstes Studiensemester" einengender definiert ist als dies mit der Zählung nach Studierenden im 1. Fachsemester für die TU geschieht, beeinträchtigt die Vergleichbarkeit der Zahlen im Hinblick auf die Veränderungsraten nur unwesentlich.

Studienanfängerinnen und ­anfänger in ausgewählten Diplom­ und Magisterstudiengängen in der BRD insgesamt bzw. in ausgewählten Diplomstudiengängen der TU

Bauingenieurwesen und Maschinenbau

Die Tabelle zeigt: Mit Ausnahme der Informatik sind im Bundesmaßstab in allen acht Studiengängen die Anfängerzahlen im Zeitraum vom WS 1992/1993 zum WS 1998/1999 stark zurückgegangen. In den folgenden Studiengängen lag der Rückgang im Bundesmaßstab über dem Rückgang an der TU Berlin: Bauingenieruwesen: ­44,73% (TU Berlin: ­33,7%); Maschinenbau: ­28,49% ( TU Berlin: ­5,66%).

Elektrotechnik, Mathematik, Physik

In den folgenden Studiengängen hatte die TU Berlin einen stärkeren Rückgang zu verzeichnen als im Bundesmaßstab: Elektrotechnik: TU Berlin: ­32,70%; Bundesmaßstab: ­27,5; Mathematik: TU Berlin: ­57,43%, Bundesmaßstab: ­13,94%; Physik: TU Berlin: ­55,81 %; Bundesmaßstab: ­42,16%

Chemie

Entgegen dem Bundestrend (­20,27%) zugenommen haben die Anfängerzahlen an der TU Berlin in der Chemie: 42%

Informatik

In der Informatik sind die Anfängerzahlen zwar auch an der TU Berlin mit 41,58 % stark angestiegen. Auch dieser Zuwachs liegt jedoch noch unter dem Zuwachs im Bundesmaßstab von 51,89%.

Insgesamt wird man sagen dürfen, daß die Zahlen der Universität sich nicht grundlegend vom allgemeinen Trend abheben. Es bestätigt sich allerdings auch in diesem Vergleich die prekäre Nachfrageentwicklung in wesentlichen Bereichen der Naturwissenschaften der Universität. Auch die Entwicklung der Nachfrage in der Elektrotechnik bedarf der Beobachtung.

Prozentuale Veränderung gegenüber WS 92/93


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