Medieninformation Nr. 4 vom 4. Januar 2006 - Bearbeiter/in: bk/pp |
Humboldt-Stipendiat und Laserforscher Prof. Dr. Alexander A. Kaminskii forscht am Optischen Institut der TU Berlin
Vor 23 Jahren trafen die beiden Optik- und Laserexperten Prof. Dr. Hans-Joachim Eichler vom Optischen Institut der TU Berlin und Prof. Dr. Alexander A. Kaminskii aus Moskau zusammen, entdeckten gemeinsame Forschungsinteressen und arbeiten seitdem in engem Austausch. Über 70 gemeinsame Veröffentlichungen zeugen von diesem partnerschaftlichen Weg. „Ich liebe Berlin“, sagt Professor Kaminskii, „die freundlichen Leute hier, das internationale Flair an der TU Berlin.“ Aber natürlich sind es nicht nur die freundlichen Leute, die den mehrfach ausgezeichneten Physiker, Herausgeber vieler wissenschaftlicher Werke und Träger etlicher hoher Auszeichnungen auf dem Gebiet der Laserphysik nach Berlin ziehen. Mitte dieses Jahres erhielt Alexander Kaminskii ein weiteres Humboldt-Stipendium, um seine Forschungen im Interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Photonik der TU Berlin fortzusetzen. Schon in den fünf Jahren davor war er Inhaber eines Humboldt-Preises, den er auf mehrere Aufenthalte in Berlin aufteilte.
Alexander Kaminskiis wissenschaftliche Karriere begann an der Moskauer
Staatlichen Lomonosov-Universität. Dort beschäftigte er sich schon früh mit der
Verwendung von verschiedenen Kristallformen für die Entwicklung von Lasern. Die
Kommunikation über lange Strecken im Weltraum war seine Leidenschaft. Seit 1961
untersuchte er, zusammen mit Nobelpreisträger Alexander M. Prokhorov, neue
Probleme der Physik und der Spektroskopie von mit Lanthaniden dotierten
Laser-Kristallen. 1965 kam er an das Institut für Kristallographie der
Russischen Akademie der Wissenschaften, wo er heute Leiter des Labors für
Laser-Kristall-Physik ist. 1965 und 1974 erwarb er zwei Doktortitel, 1981 bekam
er seinen Ruf als Physik-Professor. Seit 1994 ist er ebenfalls Direktor des
Joint Open Laboratory for Laser Crystals and Precise Laser Systems. Heute
arbeitet er speziell im Bereich der Spektroskopie nichtlinearer Laser-Kristalle,
einschließlich nanokristalliner Keramiken. Sie gehören zu den
Zukunftstechnologien in der Medizintechnik, in der Umweltforschung und in der
Meteorologie. Hier ergänzen seine Forschungen hervorragend die Arbeit im
TU-Forschungsschwerpunkt Photonik, wo bereits entscheidende Schritte speziell
zur Entwicklung von Diodenlasern und deren Einsatz in
Glasfaser-Kommunikationsnetzen getan wurden. Der russische Wissenschaftler,
Gastprofessor in aller Welt, hält außerdem mehr als zehn weltweite Patente.
Für die langjährige Forschungsverbindung zu deutschen Experten, insbesondere zu
Hans-Joachim Eichler, ist Alexander Kaminskii sehr dankbar. „Zum Glück hat sich
für meine Forschungen auch nach der deutschen Vereinigung nicht viel geändert“,
sagt er, „ich kenne und kannte viele, wirklich ausgezeichnete Wissenschaftler
sowohl in Ostdeutschland als auch in Westdeutschland. Die Mauer habe ich von
beiden Seiten gesehen.“