Rechenschaftsbericht 1999/2000 TU Berlin

Rechenschaftsbericht 1999/2000


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Zu den Absolventenzahlen:
Studienanfänger/ Absolventenzahlen Auf den generellen Zusammenhang zwischen den Studienanfängerzahlen und den Absolventenzahlen wurde bereits hingewiesen. Bundesweit folgt die Anzahl der Absolventen der Anzahl der Studienanfänger mit einem Zeitverzug von ca. 6 Jahren. Die erheblichen Einbrüche in der Anzahl der Studienanfängerzahlen von Beginn bis zur Mitte der neunziger Jahre für die Ingenieur- und Naturwissenschaften erklären den besonders signifikanten Rückgang der Absolventenzahlen in diesen Fächergruppen. Zur besseren Übersicht ist die zeitliche Entwicklung der Zahlen in den einzelnen Fächergruppen in der nachfolgenden Tabelle noch einmal zusammenfassend dargestellt:

Zeitliche Entwicklung der Absolventinnen- und Absolventenzahlen an der TUB nach (bestandener Hauptprüfung) und der Studiendauer (Median der FS)

 

WS 95/ 96

WS 97/ 98

WS 99/ 00

 

Anzahl der Absolventen

mittlere Studiendauer

Anzahl der Absolventen

mittlere Studiendauer

Anzahl der Absolventen

mittlere Studiendauer

Ingenieurwissenschaften

541

14

595

14

473

15

Naturwissenschaften

134

13

120

13,5

75

14

Planungs-, Sozial- u. Wirtschaftswiss.

548

13

519

13

589

13

Geisteswissenschaften

65

15,5

101

12

61

13

Sonstige

4

 

0

 

0

 

Insgesamt

1292

13

1335

13

1198

14

Zunahme der Absolventinnen Betrachtet man die zeitliche Entwicklung der Absolventenzahlen, spezifiziert nach Fächergruppe und Geschlecht, so ist eine leichte Zunahme der Zahl der weiblichen Absolventen zu verzeichnen, die für die TUB im wesentlichen durch den erhöhten Anteil in der Fächergruppe der Planungs-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zu erklären ist.

Zeitliche Entwicklung der Absolventinnen- und Absolventenzahlen an der TUB nach Fächergruppen und Geschlecht

 

WS 95/ 96

WS 97/ 98

WS 99/ 00

 

weiblich

gesamt

Anteil weibl. %

weiblich

gesamt

Anteil weibl. %

weiblich

gesamt

Anteil weibl. %

Ingenieurwissenschaften

86

541

15,90

90

595

15,13

69

473

14,59

Naturwissenschaften

28

134

20,90

24

120

20,00

15

75

20,00

Planungs-, Sozial- u. Wirtschaftswiss.

213

548

38,87

223

519

42,97

285

589

48,39

Geisteswissenschaften

37

65

56,92

55

101

54,46

35

61

57,38

Sonstige

2

4

50,00

0

0

 

0

0

 

Insgesamt

166

1292

28,33

392

1335

29,16

404

1198

33,72

Zur Studiendauer:

Anstieg der Studiendauer in den Natur- und Ingenieur-
wissenschaften
Ein Anstieg des Medians der Gesamtstudiendauer von 13 auf 14 Semester ist in Bezug auf die gesamte TUB zwischen dem WS 96/96 und dem WS 99/00 feststellbar. Dieser Anstieg ist im wesentlichen durch das Ansteigen des Medians in den Fächergruppen der Ingenieur- und Naturwissenschaften bedingt. In den Fächergruppen der Planungs-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften liegt der Median der Studiendauer unverändert bei 13 Semestern, während sich in den Geisteswissenschaften eine Tendenz zur Verkürzung abzeichnet. Eine tendenzielle Studienzeitverkürzung zeigt sich in den Studiengängen Gebäudetechnik, Physikalische Ingenieurwissenschaft, Geologie, Architektur und Erziehungswissenschaft (Mag.). Der Anstieg in der Elektrotechnik von 13,5 Semester im WS 95/96 bis auf 20,5 Semester im WS 99/00 erklärt sich vorwiegend durch den Studienabschluss einer Vielzahl von Langzeitstudierenden. Dieser Sachverhalt wurde durch eine Änderung der Studien- und Prüfungsordnung (Verfall der erbrachten Studienleistung nach Überschreiten der Frist) herbeigeführt. Dazu kommt sicher die zur Zeit gute konjunkturellen Lage, die zu einer positiven Motivation von Langzeitstudierenden und zum Studienabschluss geführt hat.

Studiendauer von Bildungsinländern und Bildungsausländern in den TU-Fächergruppen zusammengefasst für die Semester WS95, WS97, WS99:

Fächergruppe

Anzahl der Absolventinnen/Absolventen

Studiendauer

 

Bildungsausländer

Bildungsinländer

Gesamt

Bildungsausländer

Bildungsinländer

  absolut Prozent absolut Prozent absolut Median FS Median FS

Ingenieurwiss.

158 9,82 1451 90,18 1609 15,5 14,0

Naturwiss.

18 5,47 311 94,53 329 15,0 13,0

Plan.Soz.Wirt.wiss.

67 4,05 1589 95,95 1656 13,0 13,0

Geisteswiss.

14 6,17 213 93,83 227 13,0 13,0

Sonstige

0 0,00 4 100,00 4 k.A. k.A.

Gesamt

257 6,72 3568 93,28 3825 15,0 13,0

Erhöhte Studiendauer bei Bildungsausländern In der Fächergruppe der Ingenieur- und Naturwissenschaften zeigt sich ein signifikant erhöhter Median der Studiendauer beim Vergleich der Bildungsausländer und der Bildungsinländer. Eine besonders hohe Anzahl von Bildungsausländern in einer Fächergruppe führt daher zu einer Erhöhung der Medians der Studiendauer für die Gesamtzahl der Absolventinnen und Absolventen. Da in den letzten Jahren insbesondere der Anteil an Bildungsausländern zugenommen hat, ist unter der Voraussetzung gleicher Lebens- und Studienbedingungen eine weitere Erhöhung des Medians der Studiendauer zu erwarten. Der Anteil an Bildungsausländern ist bei den vorliegenden Absolventenzahlen für die Wintersemester 95, 97 und 99 nur für eine geringe Gesamterhöhung der Studiendauer verantwortlich (Erhöhung um 0,1 Semester in Bezug auf die gesamte TUB, 0,2 Semester in den Ingenieurwissenschaften), allerdings macht sich der Effekt in ausgewählten Studiengängen bereits jetzt deutlich bemerkbar:

Studiendauer von Bildungsinländern und Bildungsausländern in ausgewählten Studiengängen der TUB zusammengefasst für die Semester WS95, WS97, WS99:

Studiengang

Anzahl der Absolventinnen/Absolventen

Studiendauer

 

Bildungsausländer

Bildungsinländer

Gesamt

Bildungsausländer

Bildungsinländer

 

absolut

Prozent

absolut

Prozent

absolut

Median FS

Median FS

Architektur

19

4,58

396

95,42

415

13,0

15,0

Bauingenieurw.

11

9,48

105

90,52

116

16,0

15,0

BWL

15

5,86

241

94,14

256

12,0

12,0

Chemie

10

14,71

58

85,29

68

15,0

12,5

Elektrotechnik

53

19,56

218

80,44

271

20,0

15,0

Informatik

18

5,94

285

94,06

303

15,0

15,0

Maschinenbau

25

12,14

181

87,86

206

16,0

15,0

WiIng

10

3,48

277

96,52

287

18,0

13,0

So ergibt sich etwa in der Elektrotechnik in der Gesamtbetrachtung der Wintersemester 95-99 ein um 1 Semester erhöhter Median durch das gegebene Verhältnis der Bildungsin- und ausländer und der jeweiligen Studiendauer.

Sprachprobleme Für die Unterschiede der Studiendauer zwischen Bildungsausländern und -inländern könnte man versucht sein, diese durch die Lebensverhältnisse außerhalb der Hochschule zu erklären. Allerdings ist diese Hypothese nicht plausibel, da der Effekt im wesentlichen nur in zwei Fächergruppen signifikant ist. Nach einer Studie ist die erhöhte Studiendauer der Bildungsausländer in den Natur- und Ingenieurwissenschaften im wesentlichen auf die ungenügende Kenntnis der Fachsprache zurückzuführen. Daraus resultieren spezifische Aufgaben für die TUB im Bereich der Vorstudienausbildung im Studienkolleg sowie in der Sprachausbildung der ZEMS, die bei der Reorganisation der Bereiche zu berücksichtigen sind: Insbesondere der fachsprachliche Anteil muss in dem Fachunterricht, aber auch in den Angeboten in DAF (Deutsch als Fremdsprache) noch mehr verstärkt werden, sofern eine signifikante Studienzeitverkürzung erreicht werden soll. Es ist das erklärte Ziel der Universitätsleitung, die internationale Attraktivität und die Studierbarkeit durch spezifische Studienprogramme, besondere Sprachangebote und Beratungsangebote noch weiter zu steigern.

Studiendauer über dem bundesweiten Durchschnitt Vergleicht man die Studiendauer an der Technischen Universität Berlin mit dem bundesweiten Durchschnitt, so muss man leider feststellen, dass der Median der mittleren Fachstudiendauer der deutschen Erstabsolventen im Prüfungsjahr 1998 in allen Studiengängen über dem Bundesdurchschnitt lag.

Studienzeit-
verkürzung als gemeinsames Ziel
Die Universitätsleitung betrachtet die Verkürzung der Studienzeit als eine wesentliche Aufgabe der Universität. Zu konkreten Studienreformmaßnahmen in diesem Zusammenhang siehe unter Ziffer 3. Die Verkürzung der Studienzeit kann jedoch nur dann gelingen, wenn ein gemeinsames Bewusstsein bei den Lehrenden, den Studierenden und den wissenschaftlichen Mitarbeitern von der Notwendigkeit dieses Ziels vorhanden ist.
Im Hörsaal Im Hörsaal

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